Schwindende Zinsfurcht
US-Börsen klettern in die Höhe

Die führenden Börsen an der Wall Street sind am Mittwoch weiter nach oben geklettert. Die Furcht der Anleger vor stärker steigenden US-Zinsen sei gesunken, was auch wieder zu Käufen ermutigte, erklärten Marktteilnehmer.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 10 586 und einem Tief von 10 457 Stellen. Er verließ den Handel 0,78 % höher mit 10 549 Punkten. Der S&P 500 kletterte um 0,9 % auf 1202 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,95 % auf 2087 Stellen zu.

Händlern zufolge werteten die Anleger im Geschäftsverlauf vorgelegte Konjunkturdaten und ein von einem Fed-Gouverneur signalisiertes nahendes Ende des Zinserhöhungszyklus als Entwarnung vor Inflationsgefahren und aggressiveren Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed). Unterstützung habe zudem die Ankündigung geliefert, der wegen seiner Reformen unbeliebte Chef der US-Börsenaufsicht (SEC), William Donaldson, werde am 30. Juni zurücktreten. Ein wieder kräftig bis auf fast 55 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) gestiegener US-Ölpreis verpasste dem Markt in der Schlussphase jedoch einen Dämpfer.

Nach Daten des Institute for Supply Management (ISM) haben sich die Geschäfte der US-Industrie im Mai schwächer als erwartet entwickelt. Zugleich sank aber auch der Index der bezahlten Preise. Darüber hinaus signalisierte der Gouverneur der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher, trotz noch bestehender Inflationsrisiken ein baldiges Ende der Phase der Zinserhöhungen durch die Fed. Fisher ist stimmberechtigtes Mitglied des für die Fed-Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC).

"Der ISM-Bericht und die Erklärung von Fed-Gouverneur Fisher, die viele Anleger positiv aufnahmen, unterstützen den Markt", sagte Bill Punk von Punk Ziegel & Co. Dan McMahon von CIBC World Markets kommentierte die Entwicklung auf dem Börsenparkett mit den Worten: "Die ISM-Daten waren schwächer als erwartet, aber jede Zahl über 50 Punkten zeigt Wachstum an. Der Preisindex zeigte, dass die Inflation praktisch nicht da ist. Damit haben wir eine Wirtschaft, die wächst, aber nicht inflationär. Das verschafft der Fed reichlich Zeit, mit ihrer Politik maßvoller Zinserhöhungen fortzufahren".

Händlern zufolge verhalfen die erneut kräftig gestiegenen Verkäufe bestehender Häuser den Papieren der Wohnbauunternehmen zu Kursgewinnen. Von der Aussicht auf ein Ende der Straffung der Geldpolitik durch die Fed profitierten zinsempfindliche Werte wie die Aktien des Computerkonzerns International Business Machines Corp (IBM), die gut 1,7 % auf 76,85 Dollar gewannen. Auch die Papiere des Aluminiumkonzerns Alcoa waren gefragt und zogen um gut zwei Prozent auf 27,66 Dollar an.

Die Anhebung des Kursziels für den Betreiber der gleichnamigen Internet-Suchmaschine Google durch CSFB nahmen die Anleger als Signal auf, die Papiere zu kaufen. Der Kurs der Aktie zog daraufhin um knapp 3,6 % auf 287,23 Dollar an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Mrd. Aktien den Besitzer. 2470 Werte legten zu, 892 gaben nach und 127 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,8 Mrd. Aktien 1995 Werte im Plus, 1090 im Minus und 147 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 25/32 auf 101-29/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,890 %. Die 30-jährigen Bonds zogen im Kurs kräftig um 1-16/32 auf 117-23/32 Zähler an. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,236 %.

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