Siemens und US-Konjunktur ziehen Index nach unten
Dax fällt zeitweise auf Fünf-Monats-Tief

Wenig überzeugende Geschäftszahlen des Dax-Schwergewichts Siemens und enttäuschende US-Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch ins Minus gedrückt.

HB FRANKFURT/MAIN. Der wichtigste deutsche Aktienindex schloss rund ein Prozent schwächer bei 4 189 Punkten, nachdem er zuvor bei 4 157,51 Zählern auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember 2004 gefallen war. "Die bislang schwache Quartalsentwicklung der Unternehmen trübt das Stimmungsbild der Anleger sehr stark ein. Für die Investoren besteht derzeit kein Anlass, sich am Aktienmarkt stärker zu engagieren", sagte Heinz-Bernd Schmitz, Händler bei der NordLB.

Zusätzlich unter Druck geriet der Dax am Nachmittag wegen eines überraschenden Rückgangs der US-Auftragseingänge für langlebige Güter. Der Leitindex grenzte dann einen Teil seiner Verluste wieder ein, nachdem ein deutlicher Anstieg der Öllagerbestände in den USA für Entspannung beim Ölpreis gesorgt hatte.

Mit Kursverlusten von knapp zwei Prozent auf 57,07 € zählten die Siemens-Aktien zu den größten Dax-Verlierern. Für Verstimmung bei den Börsianern sorgte der Industriekonzern vor allem mit der enttäuschenden Entwicklung in der Problemsparte Kommunikation. Zudem stellte der Konzern seine Prognose für das laufende Jahr in Frage. LRP-Analyst Thomas Hofmann sieht die angekündigte Ausgliederung der Handy-Sparte als ersten deutlichen Schritt in Richtung einer Trennung. "Per saldo fiel der Quartalsbericht enttäuschend aus. Kaum zeichnet sich eine Lösung bei den Handys ab, liefert das Segment Siemens Business Services schwache Zahlen", urteilte Hofmann.

Enttäuschende Geschäftszahlen des schwedischen Konkurrenten Scania setzten die Aktien von MAN unter Druck. Die Titel des Maschinen- und Lkw-Herstellers gaben um 3,4 % auf 33,26 € nach. "Das schwächer als erwartet ausgefallene erste Quartal von Scania und deren enttäuschender Ausblick ziehen MAN nach unten", sagte ein Händler.

Ein Minus von knapp zwei Prozent auf 14,25 € verbuchten die Papiere von Thyssen-Krupp. Händler machten dafür erneut die Angst vor einem Ende des Stahlbooms verantwortlich. Erst am Dienstag hatte sich der Stahlkonzern Mittal angesichts hoher Rohstoffkosten zurückhaltend zum zweiten Quartal geäußert.

Unter der schlechten Branchenstimmung litten auch die Aktien des Handelskonzerns Metro, die um 3,4 % fielen. "Die jüngsten Wirtschaftsdaten tragen ja nicht gerade dazu bei, die Verbraucher zu mehr Konsum zu animieren", sagte ein Händler. Um 4,8 % oder 73 Cent gaben die Titel der Deutschen Telekom nach, die allerdings mit einem Dividendenabschlag von 62 Cent gehandelt wurden.

Von einem erfolgreichen Jungfernflug des Großraumflugzeugs A380 konnten die im MDax notierten Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS nicht profitieren. Die EADS-Titel verbilligten sich um 2,7 % auf 22,00 €. Börsianer nannten als Grund die wachsende Konkurrenz mit dem US-Hersteller Boeing "Der Wettbewerb wird jeden Tag härter, zumal Boeing diese Woche zwei wichtige Kontrakte in Kanada und Indien gewonnen hat," sagte ein Analyst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%