Spekulationen über Deviseninterventionen
Wirtschaftsklima in Japan aufgehellt

Fest haben die Aktienkurse an der Börse in Tokio geschlossen. Positiv wurde der Konjunkturbericht der Bank von Japan aufgenommen.

HB TOKIO. Der Dollar blieb nach den Yen-Interventionen vom Vortag zu Euro und Yen weitgehend stabil, Spekulationen über erneute Markteingriffe stützten die US-Währung nur kurzzeitig. Japans Finanzminister Sadakazu Tanigaki kündigte an, weiter gegen unangemessene Wechselkursbewegungen vorgehen zu wollen.

Die Tokioter Börse begann in Reaktion auf den Takan-Bericht der Notenbank mit Kursgewinnen, rutschte dann in den negativen Bereich, um sich dann wieder zu erholen. Zum Handelsschluss lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit 1,39 Prozent im Plus bei 10.361,24 Zählern. Der breite gefasste Topix-Index verbuchte Gewinne über 1,09 Prozent auf Werte um 1029,94 Zähler.

Insgesamt wirke der Tankan-Bericht positiv, wenn man auf die Überschriften schaue, sagte Shigeru Saito von Daiwa Asset Management Investment Research. „Die Realität schaut viel schlimmer aus“, sagte er unter Hinweis auf den laut Tankan-Bericht von Großunternehmen unterstellten Yen-Kurs von 117,53 Yen zum Dollar. Tatsächlich notierte der Dollar am Mittwoch nur knapp über 111 Yen. Der derzeit schwache Dollar zum Yen belastet vor allem japanische Exportunternehmen. Aktien der Großbank Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG), die am Vortag nach Börsenschluss die Gewinnerwartung heraufgesetzt hatte, zogen um 14,2 Prozent auf 705 000 Yen an. Auch andere Banken waren gesucht. „Die Stärke der Bankaktien hat einen positiven Effekt auf den ganzen Markt“, sagte Masatoshi Sato von Mizuho Investors Securities.

Der Aktienmarkt in Hongkong blieb am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen. Ebenso die Finanzmärkte in China, die nach eine Reihe von Feiertagen erst am 8. Oktober den Handel wieder aufnehmen. Schwächer schloss der Aktienmarkt in Taipeh Die Börse in Singapur tendierte um rund 0,2 Prozent leichter. Der Markt in Seoul schloss erholt mit einem Plus von 0,97 Prozent.

Die Vorgaben der Wall Street waren negativ. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,12 Prozent tiefer auf 9275 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,06 Prozent ab auf 995 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 2,06 Prozent auf 1786 Punkte.

Der Dollar notierte nach den Interventionen der Bank von Japan am Vortag wenig verändert. Neuerliche Händlerberichte über mögliche Yen-Verkäufe der japanischen Notenbank ließen die US-Devise kurz anziehen. Japans Finanzministerium und die EZB wollten die Spekulationen nicht kommentieren. Im Nachmittagshandel wurde der Dollar dann mit 111,24/30 Yen nach 111,45/53 Yen zuletzt in New York genannt. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte mit 1,1676/81 Dollar nach zuletzt 1,1658/62 Dollar in New York.

Japans Finanzminister Tanigaki sagte vor Parlamentariern mit Blick auf die Entwicklungen am Devisenmarkt: „Wir werden geeignete Maßnahmen ergreifen, um irregulären Bewegungen entgegenzutreten.“

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