Staatsanleihen gefragt
Aktienmärkte in Fernost weiter auf Sinkflug

Die fernöstlichen Aktienmärkte haben am Dienstag ihre Abwärtsbewegung fortgesetzt. Anhaltende Zinssorgen und negative Vorgaben aus den USA veranlassten die Anleger weiter zu Aktienverkäufen. Gefragt waren im Gegenzug Staatsanleihen - auch europäische und amerikanische.

HB TOKIO. Festverzinsliche Wertpapiere gelten in der Regel als sicherere Anlageform. Der Dollar legte im asiatischen Devisenhandel etwas zu. Analysten halten diese Bewegung aber für vorübergehend und rechnen bald wieder mit Verkäufen der US-Währung.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 15 599 Punkte aus dem Handel. Der Leitindex der Tokioter Börse markierte im Handelsverlauf seinen niedrigsten stand seit zwei Monaten. Der breiter gefasste Topix verlor 2,3 Prozent auf 1579 Punkte. Auch die Märkte in Hongkong und Seou gaben nach. Die Börse in Singapur präsentierte sich praktisch unverändert.

Die US-Börsen hatten negativ vorgelegt: Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent auf 11 125 Punkte. Der S&P-500 gab 0,4 Prozent auf 1262 Zähler nach. Der Index der Nasdaq fiel um ein Prozent auf 2173 Punkte. Auch die europäischen Börsen hatten am Montag nachgegeben. So büßte der Deutsche Aktienindex Dax 2,2 Prozent auf 5546 Zähler ein.

Analysten sahen zudem die anhaltenden Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed als Belastungsfaktor - dies hatte schon an den US-Börsen am Vorabend zu Verlusten geführt. Investoren seien verunsichert und verkauften, gerade vor dem Hintergrund der starken Zuwächse des Nikkei im April. „Es kommt zu einer Korrektur am Markt“, sagte Yoku Ihara von Retela Crea Securities. Masayoshi Okamoto von Jujiya Securities ergänzte: „Der Markt wird nervös bleiben bis der New Yorker Markt sich stabilisiert und uns etwas Entlastung verschafft.“

Technologiewerte wie Canon folgten US-Werten der Branche ins Minus. Canon-Titel gaben 1,4 neun Prozent auf 7960 Yen nach. Verluste verbuchten die Papiere der Bank Mitsubishi UFJ Financial Group nach der Vorlage von Geschäftszahlen. Der Ausblick enttäuschte die Analysten, das Papier des japanischen Branchenprimus fiel um 6,1 Prozent auf 1,53 Mill. Yen. Die Papiere der Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) büßten 4,2 Prozent auf 1,14 Mill. Yen ein, die von Resona Holdings 5,7 Prozent auf 333 000 Yen.

Die Kurse der japanischen Staatsanleihen legten dagegen zu und drückten die Renditen nach unten. So rentierte das fünfjährige Papier erstmals seit Anfang April wieder unter 1,3 Prozent. Der Dollar lag bei 111,15 Yen nach 111,51 Yen im späten US-Handel am Montag. Der Euro kostete 1,2847 Dollar nach 1,2872 Dollar. Zur Schweizer Währung notierte der Dollar mit 1,2048 Franken. Der Euro lag bei 1,5484 Schweizer Franken. Analysten bewerteten die vorsichtige Erholung der US-Währung jedoch zurückhaltend. „Die Verkäufe des Dollar werden weitergehen“, sagte ein Händler einer europäischen Bank. Die Investoren treibt seit längerem die Sorge um, dass die US-Behörden einen schwächeren Dollar anstreben, um das Handels- und Haushaltsdefizit des Landes zu reduzieren. Der Dollar ist in den Monaten seit Januar zwischenzeitlich auf Jahrestiefs zu Euro und Pfund gefallen.

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