Stärkerer Euro belastet
Deutscher Aktienindex hängt kräftig durch

Der erneut gestiegene Euro hat am Montag die Stimmung der Anleger an den Börsen getrübt und den Deutschen Aktienindex massiv ins Minus gedrückt. Vor allem die Aktien exportorientierter Unternehmen wie der Automobilkonzerne sowie die Finanzwerte verbuchten deutliche Verluste.

HB FRANKFURT. Das Börsenbarometer fiel bis Handelsende um 3,42 % auf 3456,27 Punkte. Der MDax verlor 2,65 % auf 4088,78 Zähler. Der TecDax gab um 2,71 % auf 510,68 Punkte nach.

„Der starke Euro lastet auf den exportorientierten Autowerten und drückt damit auch den Dax ins Minus“, sagte ein Händler in Frankfurt. Raed Mustafa, Händler von der Baden-Württembergischen Bank, erwartet dennoch keinen kräftigen Kursrutsch, sondern lediglich eine kurzfristige Korrektur bis gegen 3430 Punkte.

Der im Vergleich zum Dollar gestiegene Euro belastete laut Händlern die Kurse der Autoaktien. Ein starker Euro erschwert den Konzernen den Absatz in den wichtigen Absatzmarkt USA, weil dort die Autos für die Verbraucher vergleichsweise teurer werden. BMW-Aktien büßten 4,57 % auf 34,88 € ein. Volkswagen-Titel gaben 4,18 % auf 41,68 € nach. Daimler-Chrysler-Papier fielen um 2,94 % auf 32,96 €. Der Kurs des Euro hatte nach dem Aufruf der sieben größten Industrieländer (G 7) für flexible Wechselkurse mit deutlichen Kursgewinnen zum US-Dollar reagiert.

Am Tag ihrer Wiederaufnahme in den Dax nach siebenjähriger MDax-Zugehörigkeit verloren Continental-Aktien 1,38 % auf 24,35 €. Am Markt kursierten Gerüchte, wonach die Allianz ihre rund 5 % am Autozulieferer verkaufen will. „Conti würde mehr verlieren, sollte die Allianz tatsächlich verkaufen“, sagte ein Börsianer allerdings skeptisch. MLP-Aktien, die ihren Dax-Platz für Conti nach nur 26 Monaten räumen mussten, sanken zum vierten Mal in Folge und gaben 5,53 % auf 15,73 € ab.

Auch die Finanzwerte standen auf den Verkaufzetteln. Die Aktien der Deutschen Bank reagierten mit einem Rückgang um 3,35 % auf 56,20 € auf das Untreue-Verfahren gegen Vorstandssprecher Josef Ackermann um Millionenabfindungen im Fall Mannesmann. Olaf Kayser, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz, wertete es indes positiv, dass Ackermann nicht zurücktreten will. „Daher dürfte die Börse schnell wieder zur Tagesordnung übergehen.“ Die HVB-Aktie büßte 5,61 % auf 16,50 € ein. Die Analysten von UBS hatten den Titel zurückgestuft. Commerzbank-Titel verbilligten sich um 3,18 % auf 14,32 €.

Am Rentenmarkt stieg der Bund Future um 0,4 % auf 114,25 Punkte. Der Rex gewann 0,27 % auf 118,35 Punkte. Die Umlaufrendite sank auf 3,80 (Freitag: 3,85) Prozent. Der Euro-Kurs stieg über die Marke von 1,14 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1468 (Freitag: 1,1312) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8720 (0,8840) Euro.

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