Stahlaktien und Versorger gefragt
Dax schließt leicht im Plus

Die deutschen Aktienmärkte haben nach einer überraschenden Aufhellung der amerikanischen Verbraucherstimmung zum Wochenschluss ihre Kursgewinne leicht ausgeweitet.

HB FRANKFURT. Kursgewinne beim Versorger Eon und Stahlherstellern haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag zu leichten Aufschlägen verholfen. Gefragt waren dank überzeugender Quartalszahlen des US-Chipherstellers National Semiconductor auch wieder Technologiewerte. Eine Rückruf-Aktion belastete dagegen die VW-Aktien.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) beschloss den Handelstag 0,6 Prozent höher bei 4174 Punkten, im Wochenvergleich verlor der Leitindex indes 0,8 Prozent. „Was wir sehen, ist eine technische Korrektur auf die Kursverluste vom Vortag“, sagte ein Börsianer. Gestützt wurde der Index bei dünnen Handelsvolumina von 73 (Vortag: 100) Millionen gehandelten Dax-Aktien von einem besser als erwartet ausgefallenen Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.

Der Öl verteuerte sich zwischenzeitlich leicht, nachdem die Organisation Erdöl exportiertender Länder (OPEC) eine Reduzierung der Ölproduktion beschlossen hatte. Das Barrell (159 Liter) US-Leichtöl notierte am Abend noch drei US-Cents höher bei 42,60 Dollar blieb damit aber weiter deutlich unter seinen Höchstständen der vergangenen Wochen. Befürchtungen der Investoren, der hohe Ölpreis könnte der Entwicklung der Weltwirtschaft schaden, hatten die Aktienmärkte zuletzt belastet.

Stahlwerte und Eon gefragt

Gefragt waren vor allem die weniger von konjunkturellen Schwankungen abhängigen Aktien der Versorger Eon und RWE. Die Titel des Index-Schwergewichts Eon verteuerten sich um 2,2 Prozent, RWE-Papiere gewannen 0,9 Prozent. Fundamentale Gründe für den Kursanstieg könnten Händler nicht ausmachen.

Die zuletzt schlechter als der Markt gelaufenen Stahlaktien verteuerten sich ebenfalls. Salzgitter-Papiere legten rund 3,2 Prozent zu, ThyssenKrupp verteuerten sich an der Börse um 1,2 Prozent. Die Landesbank Rheinland-Pfalz hatte Salzgitter-Titel auf „Marketperformer“ von „Underperformer“ hochgestuft und dies mit der ungerechtfertigt schwachen Entwicklung der Anteilsscheine in der vergangenen Zeit begründet.

Kursgewinne von 0,9 Prozent konnte der Halbleiterhersteller Infineon verbuchen, der damit einen Teil seiner Vortagesverluste wett machte. Die Papiere von Siemens legten ebenfalls zu und verteuerten sich um 0,7 Prozent. „National Semiconductor hat mit seinem Quartalsbericht die Anleger beruhigt“, sagte ein Händler. Überraschend gesenkte Umsatzprognosen der US-Mikrochiphersteller Altera und Xilinx aufgrund hoher Lagerbeständen und einer nachlassenden Nachfrage auf den Kommunikationsmärkten hatten am Donnerstag europaweit den Halbleitersektor noch belastet. Zu den größten Dax-Verlierern gehörten die Papiere der Lufthansa. „Der Ölpreis hat zuletzt wieder leicht angezogen. Außerdem sorgten die jüngsten Verkehrszahlen nicht gerade für Euphorie“, begründete eine Händler den Kursrückgang. Smith Barney stufte die Aktien außerdem auf „Hold“ von „Buy“ zurück. Auf der Verliererseite fanden sich mit Abschlägen von 0,77 Prozent die Aktien von Volkswagen wieder. VW überraschte die Anleger am Nachmittag mit dem Rückruf von 290 000 Diesel-Fahrzeugen.

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