Stark im Minus: Unruhen in Libyen belasten Wall Street

Stark im Minus
Unruhen in Libyen belasten Wall Street

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New YorkDie Gewalt in Libyen hat die US-Aktienmärkte am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt.

Börsianer zeigten sich besorgt, dass die Unruhen in Nordafrika die Lieferungen der Ölförderstaaten beeinflussen und so die Preise nach oben treiben könnten. Die anziehenden Ölpreise wiederum könnten weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.

Belastend wirkte sich auch der anhaltende Preisverfall am amerikanischen Immobilienmarkt aus. In ausgewählten US-Ballungsgebieten verloren Wohnimmobilien im Dezember den sechsten Monat in Folge an Wert. Einfamilienhäuser und Wohnungen in den 20 größten Städten kosteten 0,4 Prozent weniger als im November, wie aus dem Index von Standard & Poor's/Case Shiller hervorgeht.

In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 1,4 Prozent tiefer auf 12.212 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.176 und 12.389 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 brach 2,1 Prozent auf 1315 Zähler ein.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel sogar 2,7 Prozent auf 2756 Stellen.

In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) kaum verändert auf 7318 Punkten aus dem Handel.

Der Rohölpreis kletterte seit Beginn der Unruhen in Nordafrika stetig nach oben und erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Die Anleger scheuten das Risiko und mieden den Aktienmarkt. Sie bevorzugten stattdessen traditionell sicherere Anlagen in Staatsanleihen und Gold. Bei den Einzeltiteln stand der Kurs des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart im Fokus. Der Konzern verzeichnete das siebte Mal in Folge in den USA einen Absatzrückgang. Die Wal-Mart-Papiere sackten daraufhin rund drei Prozent ab.

Auch eine Milliardenübernahme in der Ölbranche konnte die Anleger nicht in Kauflaune versetzen: Der Raffineriebetreiber Holly kauft für 2,85 Milliarden Dollar den Rivalen Frontier Oil. Dadurch weitet Holly seine Angebotspalette auf Benzin, Kerosin und andere Raffinerieprodukte aus. Das neue Unternehmen mit dem Namen „HollyFrontier“ betreibt fünf Raffinerien mit einer Gesamtkapazität von mehr als 440.000 Barrel pro Tag. Holly-Aktien gaben ein Prozent nach, Frontier-Papiere ließen 4,1 Prozent Federn.

Abgestraft wurden auch die Aktien des Technologie-Konzerns Apple. Das High-Tech-Papier verbilligte sich nach Spekulationen, dass die nächste Version des Tablet-Computers iPad aufgrund von Produktionsengpässen in Asien verschoben werden könnte, um 3,4 Prozent. In Unternehmenskreisen hieß es aber, dass an den Gerüchten nichts dran sei.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen zudem die Anteilsscheine der Fluggesellschaft Delta Air Lines. Im Zuge der steigenden Ölpreise brach das Dividendenpapier der Airline um 6,6 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,32 Milliarden Aktien den Besitzer. 356 Werte legten zu, 2709 gaben nach und 59 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,25 Milliarden Aktien 377 im Plus, 2306 im Minus und 77 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-1/32 auf 101-12/32. Sie rentierten mit 3,461 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-12/32 auf 102-12/32 und hatten eine Rendite von 4,603 Prozent.

Reuters

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