Starke Nachfrage aus dem Ausland
Kräftige Kursgewinne in Tokio

Die Entscheidung der US-Notenbank ließ die Kurse an den asiatischen Aktienmärkte deutlich steigen.

HB TOKIO. In Tokio durchbrach der Nikkei-Index zeitweise die Marke von 11 000 Punkten und kletterte auf ein 15-Monats-Hoch. Der Yen zeigte sich weiter stark, wobei die japanische Regierung vor übertriebenen Kursbewegungen warnte und indirekt mit Interventionen drohte.

Händler in Tokio verwiesen auch auf eine starke Nachfrage aus dem Ausland. „Es ist überhaupt keine Überraschung, dass der Nikkei durch die 11 000 brach“, sagte Atsuto Sawakami, Fonds-Manager bei Sawakami Asset Management. „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir bis zum Jahresende Richtung 14 000 oder sogar 15 000 gehen.“ Kenichi Azuma von Cosmo Securities sagte: „Wir hatten eine weitere Runde starker ausländischer Nachfrage, aber dieses Mal hatten wir auch eine solide Vorgabe vom New Yorker Markt.“ Zum Handelsschluss notierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index bei 10 990,11 Punkten, was einem Gewinn von 0,95 Prozent entsprach. Der breiter gefasste Topix legte 0,99 Prozent auf 1072,57 Zähler zu.

Banktitel blieben wie schon am Vortag gefragt. Die an der Bilanzsumme gemessen weltweit größte Bank, Mizuho Financial Group Inc, legte zeitweise über zehn Prozent zu, um dann mit einem Tagesgewinn von 3,18 Prozent bei 227.000 Yen zu schließen. Auch Versicherungswerte gehörten zu den großen Gewinnern. So gewannen Millea Holdings Inc über elf Prozent auf 1 380.000 Yen. Sompo Japan Insurance Inc zogen um gut acht Prozent auf 830 Yen an. Die Aktien von Japans größtem Mobilfunkunternehmen NTT Docomo verbesserten sich um 3,8 Prozent auf 302 000 Yen. Die Versicherungs- und Telekommunikationsbranche seien zuletzt vernachlässigt worden und holten jetzt auf, sagten Händler.

Auch die anderen asiatischen Börsen tendierten fester. In Hongkong gewann der Hang Seng Index rund 0,9 Prozent. Die Börse in Singapur zeigte ebenso Gewinne. Die Börse in Seoul gewann zum Handelsschluss 0,39 Prozent. Der Aktienmarkt in Taiwan schloss mit einem Tagesgewinn von 0,84 Prozent.

Die Vorgaben aus New York waren überaus positiv. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt am Dienstag 1,25 Prozent höher mit rund 9567 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,43 Prozent auf etwa 1029 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq-Index sprang sogar um 2,25 Prozent auf rund 1887 Punkte.

Die Fed hatte zuvor ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld mit 1,0 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 45 Jahren belassen und für eine absehbare Zeit keine Zinsänderungen signalisiert. Die Währungshüter wiederholten zudem ihre Warnung vor einem unerwünschten Rückgang der Inflation. Die Zinsen könnten für eine „beträchtliche Zeit“ niedrig gehalten werden.

In Reaktion auf den US-Zinsentscheid zeigte sich der Yen gut behauptet, während der Euro auch zum Dollar Boden preisgab. Der Yen notierte am Nachmittag in Tokio gegenüber dem Dollar mit 116,06/09 Yen nach letzten Kursen in New York von 116,15 Yen. Japans Regierungssprecher warnte am Mittwoch, dass man gegen zu schnelle Kursentwicklungen vorgehen müsse. Und auch der im Finanzministerium für die Wechselkurspolitik zuständige Abteilungsleiter Zembei Mizoguchi erklärte, man beobachte die Marktentwicklung genau. Japan ist gegen eine starke Yen-Aufwertung, damit sich die Exportchancen nicht verschlechtern.

Der Euro wurde in Asien mit Kursen um 1,1147/52 Dollar genannt. In New York waren zuletzt Notierungen von 1,1171 Euro festgestellt worden. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte zuvor bereits kräftig an Boden verloren. Am Vortag war der Euro in Asien noch mit Kursen um 1,13 Dollar genannt worden. Mit dem stärkeren Dollar und geringem Kaufinteresse geriet der Goldpreis im asiatischen Handel unter leichten Abgabedruck. Im Spothandel kostete die Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) 372,80/373,30 Dollar nach letzten Notierungen in New York von 373,55/374,25 Dollar.

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