Stoxx Europe 600
Strategen sind trotz Bärenmarkt optimistisch

Trotz eines Ausverkaufs an globalen Aktien in den vergangenen Wochen erwarten Experten eine Rally von 23 Prozent im Stoxx Europe 600. Optimisten gehen gar von einem noch größeren Anstieg aus.

London/ZürichInvestoren mögen so viel Geld aus europäischen Aktien abziehen wie seit Monaten nicht mehr. Strategen halten dennoch an ihren optimistischen Einschätzungen fest.

Nach einem alle Anlageklassen umfassenden Ausverkauf in der vergangenen Woche, der die globalen Aktien in einen „Bärenmarkt“ abrutschen ließ, geht die durchschnittliche Prognose nunmehr von einer Rally von 23 Prozent im Stoxx Europe 600 ab Handelsschluss am Freitag bis zum Jahresende aus.

Einer der größten Optimisten, die UBS Group AG, sieht selbst nachdem sie ihre Jahresendprognose etwas zurückgenommen hat, noch einem Anstieg von 28 Prozent.

„Unser Ziel wurde langsam ein bisschen verrückt“, sagt Karen Olney, Leiterin thematische Aktienstrategie bei der UBS in London. Sie stand hinter der Entscheidung, die Schätzung für den Index in diesem Monat von 435 auf 400 Zähler zurückzuschrauben.

Die Abwärtsrisiken seien nun viel weniger beunruhigend als die Aufwärtsrisiken. „Investoren mögen sich in Bezug auf die Märkte physisch krank fühlen, aber das hält nicht für immer an“, sagt sie.

Der diesjährige Ausverkauf hat selbst die pessimistischsten Strategen überrascht und veranlasste mit einer Ausnahme alle, ihr Ziel für den Stoxx Europe 600 in diesem Jahr zu senken. Die durchschnittliche Prognose von nunmehr 384 Zählern zum Jahresschluss 2016 entspricht einem jährlichen Plus von fünf Prozent.

Zum Vergleich: Beim US-Börsenbarometer Standard & Poor’s 500 Index liegt die entsprechende Prognose bei einem Anstieg von 6,1 Prozent.

Nach Ansicht von Olney wird die Europäische Zentralbank das Vertrauen in den Bankensektor stärken, der Ölpreis wird sich erholen und die Unternehmensgewinne werden dieses Jahr um acht Prozent steigen. Ihre Prognose für den Anstieg der Unternehmensgewinne im Stoxx 600 liegt mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche, von Bloomberg zusammengestellte Erwartung – und das, nachdem sie seit November um die Hälfte gestutzt wurde. Auf Basis der erwarteten Ergebnisse werden die Aktien im Stoxx 600 nahe dem tiefsten Niveau seit 2013 gehandelt.

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