Sungard-Aktien legen fast neun Prozent zu
Fusionsfantasie treibt die Wall Street an

Deutlich gesunkene US-Ölpreise und neu angefachte Fusionsfantasie haben die Anleger an der Wall Street am ersten Handelstag nach Ostern die Zins- und Inflationsangst der Vorwoche vergessen lassen. Die führenden Indizes zogen durchweg an.

HB NEW YORK. Händlern zufolge zeigten die US-Börsen keine nennenswerte Reaktion auf die Meldung über das schwere Erdbeben vor der Küste Indonesiens mit der Stärke 8,7 und die anschließende Tsunami-Warnung.

Der Dow Jones Index der Standardwerte verließ den Markt 0,41 Prozent höher mit rund 10.485 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10.533 und einem Tief von 10.439 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P 500 zog um 0,24 Prozent auf etwa 1174 Punkte an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,07 Prozent auf rund 1992 Zähler zu.

"Die Ölpreise geben heute etwas nach, das unterstützt den Markt", sagte Peter Cardillo, Stratege bei SW Bach and Co. Owen Fitzpatrick von der Deutsche Bank Private Wealth Management kommentierte die Marktentwicklung mit den Worten: "Ich denke, der Markt verdaut die Inflationszahlen und arrangiert sich damit". Die US-Notenbank (Fed) hatte vorige Woche mit dem Hinweis, der Inflationsdruck habe jüngst zugenommen, an den Finanzmärkten die Befürchtung geweckt, die Währungshüter könnten die Zinsen bald schneller erhöhen. Die Börsen hatten darauf mit deutlichen Verlusten reagiert.

Lebhafter Nachfrage erfreuten sich die Papiere des Finanzdienstleisters SunGard, nachdem eine Gruppe von sieben Beteiligungsgesellschaften ankündigte, das Unternehmen für 10,8 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Der Kurs der im S&P 500 gelisteten Aktien reagierte mit einem Sprung von fast neun Prozent auf 34,36 Dollar und unterstützten damit dem gesamten Technologiesektor.

Auch die Titel des größten US-Versicherers American International (AIG) erholten sich etwas von der jüngsten Verkaufwelle. Der Kurs der Papiere zog um mehr als 2,5 Prozent auf 57,02 Dollar an und halfen damit dem Dow. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, das AIG-Direktorium könnten in den nächsten Tagen eine vollständige Trennung von Ex-Chef Maurice Greenberg beschließen. Nach dessen Rücktritt ist er bislang noch nicht geschäftsführender Vorsitzender des Direktoriums (Board). Auch die Aktien der kleinen Technologiefirma Immersion fanden die Investoren attraktiv, nachdem ein US-Gericht den japanischen Unterhaltselektronik-Konzern Sony in einem Patentstreit zu einer Schadensersatzzahlung von 90 Millionen Dollar an Immersion verurteilte. Der Kurs der Papiere schnellte um fast zehn Prozent auf 6,30 Dollar in die Höhe.

Eine negative Beurteilung der Aussichten von General Motors enttäuschte dagegen die Anleger. Diese verkauften daraufhin weiterhin Aktien des weltgrößten Autokonzerns. Der Kurs fiel dadurch um knapp 3,2 Prozent auf 28,37 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,35 Milliarden Aktien den Besitzer. 1450 Werte legten zu, 1887 gaben nach und 145 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,5 Milliarden Aktien 1412 Werte im Plus, 1666 im Minus und 145 unverändert.

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