Technologiesektor gab nach
Europäische Börsen: Versicherer und Autowerte gesucht

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag nach einer dreitägigen Verlustserie unter der Führung von Versicherungs- und Autowerten wieder deutlich höher geschlossen. Die fest einsetzende Wall Street verlieh den Märkten zusätzliche Unterstützung. Der DJ Stoxx50-Index stieg um 1,3 Prozent auf rund 2 430 Punkte.

Reuters LONDON. Die Anleger hofften auf gute Zwischenergebnisse bei den Unternehmen, die in der kommenden Woche ihre Abschlüsse für das zweite Quartal vorlegen, sagten Händler. Allerdings könnte sich der schwache Dollar da negativ bemerkbar machen. Die Titel des schweizerisch-schwedischen Elektrotechnikkonzerns ABB kletterten 4 Prozent. Das Urteil eines US-Gerichts zum angestrebten Asbest-Vergleich habe den Weg für den Verkauf von Geschäftsteilen und damit zur Schuldentilgung geebnet, hiess es.

Mit Ausnahme der Technologietitel schlossen sämtliche Marktsektoren in der Gewinnzone. Dort machte sich der Kursverlust von Nokia bemerkbar, die 1,1 Prozent nachgaben. In der kommenden Woche stehen die Quartalszahlen von Sektorschwergewichten wie Ericsson und Philips sowie SAP und eben auch Nokia an.

Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Versicherungswerte, darunter Münchener Rück, Allianz, ING und Aegon sowie Swiss Re, welche jeweils rund 4 Prozent und mehr zulegten. Die Versicherer seien unterbewertet, hieß es. Zudem könnte der Sektor demnächst von Übernahmespekulationen angetrieben werden, falls US-Versicherer die eine oder andere europäischen Assekuranz zu übernehmen versuchten.

Kursavancen verbuchten zudem exportorientierte Werten wie Automobilaktien, die nach Händlerangaben vom nachgebenden Euro profitierten. Der Autobobilsektor erhielt zudem von der Meldung Auftrieb, dass die Fahrzeugzulassungen in der EU im Juni deutlich gestiegen sind. Einer der Hauptgewinner in der Zulassungsstatistik war Renault.

An der Börse LONDON beendete der FTSE 100-Index einen drei Tage langen Abwärtstrend und rückte 0,73 Prozent auf 4 058 Zähler vor. Auch in London gab Wall Street den Ton vor und die Anleger konzentrierten sich auf Banken und Versicherungen, die von einem Börsenaufschwung am meisten profitieren sollten. Legal & General, Royal & Sun Alliance und Friends Provident stiegen alle um mehr als 3,5 Prozent. Reckitt Benckiser konnten von positiven Kommentaren des Brokers Smith Barney profitieren. Die Titel des Herstellers von Sanitäranlagen Wolseley verloren 2,2 Prozent aus Sorge wegen eines schwachen Dollars. Hilton kamen nach einer Broker-Rückstufung unter Druck. Leicht fester waren BP und Unilever.

Der SMI-Index der SCHWEIZER Aktien schloss 1,13 Prozent höher bei 4 914 Punkten. Im Mittelpunkt standen dabei die Aktien der ABB , die 4 Prozent gewannen. Kräftige Gewinne verbuchten aber auch andere Blue Chips. Unterstützung kam auch von Roche, die 1,6 Prozent vorrückten, und von den Finanzwerten.

In PARIS schloss der CAC 40-Index 1,3 Prozent fester bei 3 138,27 Punkten. Gewinne von mehr als 2 Prozent verzeichneten die beiden Autohersteller Renault und Peugeot. Laut den neuesten Autoabsatzzahlen für Juni in der EU konnte Renault seine Autoverkäufe um 13 Prozent steigern. Dem Kursanstieg schloss sich auch der Reifenhersteller Michelin mit einem Tagesgewinn von 2,4 Prozent an. Lafarge gingen mit einem Plus von 2,55 Prozent aus dem Markt. Auch Axa und BNP Paribas schlossen fester. Die Titel des Luxusgüterkonzerns LVMH gewannen 4 Prozent.

Der AEX-Index der Börse AMSTERDAM schloss knapp 1,50 Prozent fester auf 303,21 Zähler. Von den 20 Index-Titeln schlossen gerade fünf schwächer. Ahold legten rund 1 Prozent zu, die Aktie erhielt Unterstützung durch den Zwischenabschluss der französischen Carrefour-Gruppe. Aegon gewannen fast 4 Prozent, die Gesellschaft kündigte den Abbau von bis zu 450 Stellen in den kommenden drei Jahren an. ING kamen auf ein Plus von 4 Prozent.

Am Aktienmarkt MAILAND notierte der MIB 30-Index zum Schluss 1,1 Prozent höher bei 25 348 Punkten. Telecom Italia kletterten 1 Prozent, Olivetti um 1,6 Prozent und Pirelli um 1,8 Prozent. Fiat dagegen gingen 1,2 Prozent leichter aus dem Handel.

Der Ibex 35-Index der Börse MADRID kletterte 1,9 Prozent auf 6 968,6 Zähler. Acciona stiegen nach der Ankündigung, einen Anteil von 8,7 Prozent an der Baufirma Fomento des Construcciones y Contratas erworben zu haben, um 6,7 Prozent. FCC wurden zeitweise vom Handel suspendiert und schlossen 5,5 Prozent im Plus. Die Aktien der Grossbanken BBVA und Santander kletterten über 3 Prozent.

In STOCKHOLM stieg der OMX-Index leicht um 0,62 Prozent auf 544,16 Punkte. ABB stachen mit einem Kursplus von gut5 Prozent hervor. Die Titel des Telekomausrüsters Ericsson schlossen etwas fester. In HELSINKI büssten Nokia knapp 2Prozent ein. Volvo legten leicht zu.

Der ATX-Index der Börse WIEN schloss 0,13 Prozent fester bei 1 323 Zählern. Erste Bank glichen mit einem Kursanstieg von 2,3 Prozent die Kursverluste von voestalpine und Telekom Austria aus, welche 1,2 Prozent respektive 1,3 Prozent betrugen. Die Österreichische Industrieholding (ÖIAG) hatte am Vortag betont, dass man bei den Privatisierungen für die TA und voestalpine keinen Grund zur Eile sehe.

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