Telekom-Aktien kommen nicht vom Fleck - Versorger belasten: Dax scheitert an 4 400-Punkte-Marke

Telekom-Aktien kommen nicht vom Fleck - Versorger belasten
Dax scheitert an 4 400-Punkte-Marke

Erneute Kursverluste der schwergewichtigen Versorger haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Donnerstag tiefer schließen lassen. Der Leitindex hatte am Nachmittag kurz die psychologisch wichtige Marke von 4 400 Punkten gestreift, konnte sie aber erneut nicht überwinden.

HB FRANKFURT. Gesprächsthema Nummer Eins auf dem Börsenparkett war nach der Vorlage von Geschäftszahlen die Deutsche Telekom.

Der Dax beendete den elektonischen Handel auf Xetra mit einem Minus von 0,46 Prozent auf 4373,27 Punkte. „Der Dax hat einfach die 4400-Punkte-Marke nicht gepackt und ist dann wieder zurückgefallen“, erklärte ein Händler. Als Belastung sehen Börsianer vor allem den hohen Ölpreis an, der bei Anlegern Furcht vor einer weltweiten Abschwächung der Wirtschaftsentwicklung weckt. Für ein Barrel (159 Liter) der führenden US-Ölsorte Crude Light musste am Donnerstag bis zu 53,80 Dollar bezahlt werden.

Kaum Belebung brachten die am Nachmittag veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die exakt im Rahmen der Erwartungen lagen. „Das ist ein Indikator dafür, dass der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ebenfalls keine Überraschungen liefern dürfte“, interpretierte ein Händler die Zahlen. Von den Arbeitslosenzahlen im Februar versprechen sich Anleger wichtige Hinweise über die Verfassung der US-Konjunktur und über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Leitzins unverändert bei zwei Prozent belassen, jedoch ihre Prognose für Wachstum und Inflation in der Euro-Zone etwas gesenkt.

Die Deutsche Telekom konnte trotz eines Milliarden-Gewinns und der erstmals seit zwei Jahren wieder vorgesehenen Ausschüttung einer Dividende die Anleger nicht zum Kauf ihrer Aktien bewegen. „Die Geschäftszahlen waren in Ordnung. Man hat aber in den Flüsterschätzungen etwas mehr erwartet“, erklärte ein Händler den Kursrückgang der T-Aktie um 1,25 Prozent auf 15,77 Euro. „Auch der Ausblick war für viele doch leicht enttäuschend“, ergänzte er.

Enttäuschende Geschäftszahlen des südkoreanischen Konkurrenten Hynix sowie ein negativer Analystenkommentar drückten die Aktien des Chipherstellers Infineon 2,9 Prozent ins Minus. Hynix hatte unter anderem wegen nachlassender Chip-Preise im vierten Quartal deutlich weniger Gewinn erzielt, als von Analysten erwartet. Zudem senkte die Investmentbank Merrill Lynch ihre Gewinnschätzung für Infineon für das laufende Geschäftsjahr um 31 Prozent auf 0,20 Euro je Aktie.

Unter Druck gerieten erneut die Versorger. RWE-Aktien verloren 1,6 Prozent auf 44,16 Euro, die Anteilsscheine von E.ON rutschten ein Prozent auf 67,35 Euro ab. Händler erklärten die Verluste wie am Vortag mit Sektorrotationen. „Viele Anleger nehmen bei den Versorgern Gewinne mit und legen ihr Geld in anderen Branchen an, die mehr Kurspotenzial versprechen“, sagte NordLB-Händler Karsten Jürges.

Größter Dax-Gewinner waren mit einem Plus von 2,16 Prozent auf 17,50 Euro die Aktien der Commerzbank. Händler verwiesen auf eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS.

Bei den Nebenwerten im MDax ragten die Papiere des Finanzdienstleisters MLP mit einem Plus von 6,8 Prozent auf 13,54 Euro heraus. Börsianer begründeten den Kursanstieg mit Spekulationen auf gute Geschäftszahlen. „Viele Leute gehen davon aus, dass die Quartalsergebnisse gut ausfallen“, sagte ein Händler.

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