Texas-Instruments-Prognose bringt keine Impulse
US-Börsen sacken zum Schluss ab

Hinter der aktuellen Kursschwäche sehen Händler Sorgen über die mittlerweile erreichte Bewertung der Aktien. „Die Investoren fürchten, dass die Bewertungen schon zu hoch sind“, heißt es am Mittwoch in New York. Besonders schwach zeigen sich die Halbleiter-Werte.

HB NEW YORK. „Die Leute denken, dass es nun fällig ist, dass der Markt sich wieder senkt nach diesem großen Aufschwung“, sagte Fondsmanager John Forelli von Independence Investment LLC. „Ich denke, es handelt sich lediglich um eine kurzfristige Konsolidierung in einem Aufwärtstrend.“ Hoffnungen auf eine Erholung der US-Konjunktur und der Unternehmensgewinne hatten den Nasdaq-Index in diesem Jahr um rund 40 Prozent nach oben getrieben.

Unterdessen hat ein Video, das angeblich den Moslem-Extremisten Osama bin Laden zeigte, am Mittwoch vor dem zweiten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 die Anleger an den US-Börsen aufgeschreckt und die Kurse weiter absacken lassen. Schon zuvor hatten Sorgen der Investoren, die jüngste Kursrally könnte überzogen gewesen sein, die Wall Street belastet. Der Standardwerte-Index Dow-Jones verließ den Handel 0,91 Prozent im Minus mit rund 9 420 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 1,2 Prozent auf etwa 1 010 Punkte. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq gab sogar 2,64 Prozent ab auf rund 1 823 Zähler.

Der arabische Fernsehsender El Dschasira hatte ein Video ausgestrahlt, das angeblich neue Aufnahmen von Bin Laden zeigte. Auf den Bildern waren Bin Laden und sein Vertrauter Ajman el Sauahri in einer Gebirgsgegend zu sehen. Auf einem parallel dazu abgespielten Tonband sagte jemand, er sei Bin Laden und würdigte die Attentäter vom 11. September 2001 als ehrenvoll und mutig. Ein zweiter Mann drohte weitere Angriffe auf die USA an.

„Angesichts des Jahrestages des 11. September 2001 weckt das Ängste und Erinnerungen an das, was geschehen ist“, sagte Jeff Swensen vom Investmenthaus John Hancock Advisers. Keith Keenan vom Haus Wall Street Access fügte hinzu: „Das war immer noch ein recht geordneter Rückgang. Der Umsatz ist sicherlich nicht sehr hoch. Ich glaube, das Bin-Laden-Video ist mehr eine Ausrede, um zu verkaufen“.

Inspiriert durch die Erwartung einer Erholung der US-Wirtschaft und der Unternehmensgewinne in den nächsten Monaten war der Nasdaq-Index im bisherigen Jahresverlauf um 40 Prozent geklettert. Doch trotz eines optimistischen Geschäftsausblicks des größten Handy-Chipherstellers Texas Instruments am Vortag nach Börsenschluss verloren insbesondere Technologiewerte deutlich an Boden. Börsianern zufolge ist der heiß gelaufene Markt reif für eine vorübergehende Abkühlung.

Rick Meckler von LibertyView Capital Management sagte: „Im Zuge des Kursaufschwungs hatten sich dramatische Erwartungen aufgebaut. Texas Instruments hat deutlich gemacht, dass die Dinge zwar besser stehen, aber sicher nicht so dramatisch besser, wie einige Leute gehofft haben“.

Bereits am Vortag hatte ein von den Investoren mit Enttäuschung aufgenommener Umsatzausblick des größten Handyherstellers Nokia für Ernüchterung an der Wall Street gesorgt. Der Nokia-Kurs gab am Mittwoch um fast 3,7 Prozent auf 15,39 Dollar nach. Die Titel gehörten zu den am meisten gehandelten Papieren an der New Yorker Börse.

Die Aktien von Texas Instruments verloren ebenfalls. Sie fielen um 7,5 Prozent auf 23,42 Dollar, obwohl das Unternehmen am Vorabend seine Umsatzerwartung für das laufende dritte Quartal auf das obere Ende der bisherigen Prognosespanne eingegrenzt hatte. Auch die Aktien des Chipherstellers Micron Technology lagen deutlich im Minus, sie verloren über neun Prozent auf 13,35 Dollar.

Die Titel der Telekomausrüster Juniper Networks und Nortel Networks fielen stark zurück, nachdem Smith Barney die Ratings gesenkt hatte. Juniper-Aktien fielen um 5,37 Prozent auf 16,55 Dollar und Nortel-Papiere um knapp 3,2 Prozent auf 3,96 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%