Tiefster Stand seit 2006
Dax-Schluss: „Der Markt hyperventiliert“

Das Drama um die großen US-Investmentbanken Lehman Brothers und Merrill Lynch infolge der Finanzmarktkrise hat die Investoren am Montag weltweit geschockt und auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Deutsche Aktienindex Dax schloss auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2006. Doch nicht nur Finanztitel sorgten für Aufsehen.

HB FRANKFURT. Im Handelsverlauf war er zwischenzeitlich unter die Marke von 6000 Punkten gesackt und hatte beim Stand von 5942,14 Punkten den schwächsten Stand seit September 2006 markiert. Bis Handelsende erholte er sich allerdings und schloss mit minus 2,74 Prozent bei 6 064,16 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 4,31 Prozent auf 7762,97 Zähler. Der TecDax stand 3,32 Prozent tiefer bei 738,51 Punkten.

Notenbanken und Finanzbehörden wollen zur Stabilisierung der Märkte eingreifen. Die größten Bankkonzerne, darunter die Deutsche Bank, legten einen 70 Mrd. Dollar schweren Unterstützungsfonds auf. "Die Hoffnung auf eine Besserung hat sich ausradiert. Der Dax kämpft jetzt mit der Marke von 6 000 Punkten. Die Vertrauenskrise ist wieder da", sagte Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank bestätigte: "Der Markt hyperventiliert. Börsianer sind bei allen Finanzwerten nun extrem vorsichtig und klopfen sie auf ihre Risiken ab."

Nach den Hiobsbotschaften aus den USA waren alle Augen auf die Banken- und Versicherungstitel gerichtet: Commerzbank brachen am Dax- Ende um 9,03 Prozent auf 15,910 Euro ein. Deutsche Bank verloren 6,37 Prozent auf 54,210 Zähler.

Equinet hat die Einstufung für Allianz auf "Accumulate" mit einem Kursziel von 125 Euro belassen. Als international agierender Finanzkonzern dürfte die Allianz unter dem Antrag auf Gläubigerschutz von Lehman Brothers in den USA leiden, schrieb Analyst Christian Muschick in einer Studie vom Montag. Zudem könnte die Bitte des US-Wettbewerbers AIG um einen Überbrückungskredit der US-Notenbank die Stimmung gegenüber dem Versicherungssektor weiter drücken.

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