Tokios Börse legt klar zu
Nikkei koppelt sich von Wall Street ab

Die Vorgaben von der Wall Street waren eher schwach. Dennoch haben die Anleger in Fernost tüchtig Aktien gekauft. Sowohl Nikkei als auch Topix konnten deutlich zulegen. Der Topix stieg auf ein 14-Monats-Hoch.

HB TOKIO. Der Dollar litt unter den jüngsten schwächeren US-Konjunkturdaten. Von der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) wurde keine Änderung der Zinspolitik erwartet.

Japanische Aktien profitierten nach Händlerangaben von einer günstigeren Konjunktureinschätzung, die auch von der Bank von Japan in ihrem September-Bericht geteilt wurde. Bank- und Autowerte gehörten zu den größeren Gewinnern. Zum Handelsschluss lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit 10 887,03 Zählern gegenüber den Schlusskursen vom Freitag mit 1,63 % im Plus. Der Topix verbesserte sich um 1,86 % auf 1062,07 Punkte. Am Montag hatte die Börse wegen einer Feiertags geschlossen.

„Der Ausblick für die Halbjahresbilanzen der Banken schaut günstiger aus, und ihr Kursanstieg hat den ganzen Markt mit hoch gezogen“, sagte Yoshihisa Okamoto von Fuji Investment Management. Die Aktien der Großbank Mizuho legten um 15,79 % auf 22 000 Yen zu. Die Aktien von Japans größtem Autobauer Toyota gewannen 4,63 % auf 3840 Yen. Toshiba-Aktien verloren drei Yen auf 504 Yen, nachdem eine Zeitung von einer schlechteren Halbjahresprognose berichtet hatte. Nach Börsenschluss teilte Toshiba mit, für das Gesamtjahr rechne man im Konzern jetzt mit einem Reingewinn von noch 35 Mrd. Yen. Die letzte Prognose hatte noch über 40 Mrd. Yen gelautet.

Der Aktienmarkt in Hongkong tendierte dagegen schwächer. Der Hang Seng Index gab rund 0,5 % ab. Händler verwiesen auf Sorgen, dass die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars erneut ausbrechen könnte, nachdem ein neuer Sars-Verdachtsfall bekannt geworden war. Ein erster Test hatte die Sars-Erkrankung einer 34-jährigen Frau nach Regierungsangaben nicht bestätigt. Die Börsen in Südkorea und Taiwan tendierten fester, während der Markt in Singapur leichter tendierte.

Die Vorgaben der Wall Street für die asiatischen Börsen waren eher verhalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,24 % niedriger mit rund 9448 Punkten aus dem Markt. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,38 % auf 1014 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 0,5 % auf 1845 Punkte.

Zweifel an der Stärke des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA setzten den Dollar unter Druck. Im Nachmittagshandel wurde die US-Devise mit 116,88/94 Yen nach letzten Kursen in New York von 117,50 Yen genannt. Der Euro kostete rund 1,1301/03 Dollar nach 1,1285 im späten New Yorker Handel. Zum Yen lag die europäische Gemeinschaftswährung bei 132,09/16 nach 132,60 Yen.

Die US-Notenbank (Fed) wird nach Einschätzung von Volkswirten bei ihrem Treffen den Leitzins mit 1,0 % unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 45 Jahren belassen. Der für die Geldpolitik der Fed verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) wird wie üblich gegen 20.15 Uhr MESZ eine kurze Erklärung zur Konjunktur und zum Ausblick für die Wirtschaft veröffentlichen.

An wichtigen Konjunkturdaten werden am Dienstag die Veröffentlichung der britischen Inflationsdaten für August (10.30 Uhr MESZ) erwartet. Für die Euro-Zone werden die Daten zur Industrieproduktion im Juli (12.00 Uhr MESZ) veröffentlicht. Am Nachmittag (14.30 Uhr MESZ) stehen dann die Zahlen zur US-Inflationsentwicklung im August an. Hier erwarten von Reuters befragte Volkswirte im Mittel einen Preisanstieg um 0,4 %, nachdem sich die Verbraucherpreise von Juni auf Juli um 0,2 % erhöht hatten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%