Trend eines schwachen Dollar nach Ansicht von Analysten noch nicht gebrochen
Nikkei geht wieder über 10 000 Punkte-Marke aus dem Handel

Die Börse in Tokio hat am Donnerstag einen Teil ihrer Vortagesverluste wettmachen können. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte überwand wieder die psychologisch wichtige Kursmarke von 10 000 Punkten. Insbesondere Exportwerte wie Automobiltitel waren gefragt, nachdem der Yen gegenüber dem Dollar nachgegeben hatte. Auslöser dafür war offenbar eine Intervention der Bank von Japan.

HB TOKIO. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,66 % höher bei 10 075 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte um 1,06 % auf 990 Punkte. Auch die anderen asiatischen Börsen tendierten überwiegend im Plus. Der Euro notierte um 1,22 Dollar und damit etwa ein Dreiviertel Cent unter seinem Hoch am Dienstag. Gegenüber dem Yen lag der Dollar bei 108,27 Yen und damit kaum verändert zum späten US-Handel, nachdem er zuvor offenbar nach einer Intervention Japans um ein Prozent zugelegt hatte.

Die japanischen Behörden bestätigten zwar nicht die Intervention zu Gunsten des Dollar, ein Regierungssprecher sagte jedoch: „Sie sollten davon ausgehen, dass angemessene Schritte unternommen werden.“ Titel von Exportunternehmen, deren Produkte durch einen gegenüber dem Dollar schwächeren Yen auf dem US-Markt billiger werden, legten kräftig zu. Der Automobilhersteller Nissan Motor Co schloss etwa 1,43 % höher bei 1206 Yen. Der Bürogeräte-Hersteller Canon legte um 2,35 % auf 4800 Yen zu.

Händler gingen jedoch davon aus, dass der in den vergangenen Wochen verzeichnete Trend eines schwachen Dollar noch nicht gebrochen ist und jegliche Interventionen der Bank von Japan kaum längerfristige Auswirkungen haben werden. Um den Trend umzukehren bedürfe es „einiger überzeugender Zeichen seitens der Vereinigten Staaten, dass sich ihre Wirtschaft erhole oder dass das Doppeldefizit (in Haushalt und Leistungsbilanz) abgebaut wird“, sagte ein Händler einer großen japanischen Bank. Analysten verwiesen zudem darauf, dass die unsichere Lage im Irak und die Gefahr von Anschlägen auf US-Einrichtungen auf dem Dollar lasteten. „Geopolitische Risiken sind ein anderer Grund, den Dollar zu meiden. Solange es keine Verbesserung der Lage im Irak gibt, wird sich der Trend wohl nicht umkehren.“

Händler richteten am Donnerstag ihr Augenmerk erneut in Richtung USA, wo Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten vorgelegt werden. Dazu gehören die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche zum 6. Dezember und der Einzelhandelsumsatz im November.

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