Trotz positiver Arbeitsmarktzahlen
US-Rentenmarkt drückt Wall Street ins Minus

Der anhaltend schwache US-Rentenmarkt und der dadurch bedingte Anstieg der Renditen auf das höchste Niveau seit nahezu sieben Monaten haben die US-Börsen am Donnerstag im späten Handel deutlich ins Minus gedrückt. Zuvor hatten überraschend positive Arbeitsmarktzahlen die Hoffnungen der Anleger auf eine Belebung der US-Wirtschaft bestärkt und damit dem Markt zu Gewinnen verholfen.

HB/rtr NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verließ den Markt 0,89 Prozent niedriger mit rund 9112 Zählern. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,03 Prozent auf etwa 1701 Punkte, der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,71 Prozent auf 981 Zähler.

Händlern zufolge sind die US-Rentenpapiere durch die zunehmende Erwartung einer Konjunkturerholung unter Druck geraten, wobei ihre Renditen fast auf das höchste Niveau seit sieben Monaten kletterten. „Die Quartalsergebnisse sind recht gut und die Wirtschaft fasst offenbar Tritt. Aber das alles wird überschattet von einem anhaltenden Rückgang am Rentenmarkt. Die Investoren fangen an, sich zu wundern, wie weit die Rendite der zehnjährigen und der 30-jährigen Staatsanleihen noch anziehen werden und ob sie damit den Aktien Konkurrenz machen könnten“, sagte Stephen Massocca vom Investmenthaus Pacific Growth Equities.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen 17/32 auf 95-18/32 Punkte und rentierten auf diesem Niveau mit 4,178 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 29/32 auf 103-31/32 Zähler. Ihre Rendite stieg auf 5,105 Prozent.

Eine Reihe positiver Quartalsergebnisse

Darüber hinaus sei ein technischer Indikator unter eine wichtige Stützungslinie gefallen und habe damit eine Welle von Verkäufen ausgelöst, sagten Händler. Dadurch habe der Optimismus der Investoren einen Dämpfer erhalten.

Eine Reihe positiver Quartalsergebnisse und ein überraschender Rückgang der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe für die Woche zum 19. Juli hatten zuvor für Kursgewinne gesorgt. Die Zahl der Anträge sank überraschend stark auf 386.000 und damit erstmals seit dem 8. Februar dieses Jahres unter die psychologisch wichtige Marke von 400.000. Händler werteten die Daten als Hinweis auf eine allmähliche Erholung des US-Arbeitsmarktes.

Die Titel des US-Telekomkonzerns AT&T legten 2,41 Prozent auf 20,00 Dollar zu, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben zu haben.

Gefragte Software-Titel

Ein Gewinnplus im zweiten Quartal von 65 Prozent verhalf den Aktien des größten US-Chemiekonzerns Dow Chemical zu einem Plus von 5,63 Prozent auf 33,75 Dollar.

Gefragt waren zudem die Titel des Softwareunternehmens Computer Associates, das in seinem ersten Geschäftsquartal wieder einen Gewinn nach einem Verlust im Vorjahr erzielt hat. Der Kurs der Papiere sprang um 13,4Prozent auf 25,22 Dollar.

Dagegen verloren die Titel des Herstellers des Patriot- Raketenabwehrsystems Raytheon 3,69 Prozent auf 32,32 Dollar. Raytheon hatte für das zweite Quartal zwar einen Netto- Gewinn nach einem Verlust im Vorjahr ausgewiesen, aber auf Grund von Pensionskosten aus dem laufenden Geschäft einen Verlust erwirtschaftet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,55 Milliarden Aktien den Besitzer. 1580 Werte legten zu, 1685 gaben nach und 161 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1508 im Plus, 1643 im Minus und keine unverändert.

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