Trotz Zinserhöhung
Börse Schanghai markiert neuen Rekordstand

Der boomende Aktienmarkt in China hat sich auch von der jüngsten Zinserhöhung und einer Flexibilisierung der Landeswährung Yuan nicht von seinem Höhenflug abbringen lassen. Die Börse in Schanghai stieg am Montag nach anfänglichen Verlusten im Handelsverlauf auf ein Rekordhoch von 4 083 Punkten und schloss um 1,04 Prozent fester bei 4 072 Zählern.

HB SCHANGHAI. Viele Anleger sahen in den Kursabschlägen zu Handelsauftakt eine günstige Kaufgelegenheit. Die am Freitag beschlossene kräftigste Zinserhöhung in diesem Jahr sowie die moderate Flexibilisierung der Schwankungsbreite des Yuan dürften kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben. Börsianer gingen vielmehr davon aus, dass mit den Schritten vorwiegend eine Spekulationsblase am Aktienmarkt verhindert werden sollte.

Als Grund für die anhaltenden Kursgewinne gilt die hohe Nachfrage chinesischer Kleinanleger nach Aktien. Seit Anfang des Jahres wurden 15 Mill. neue Depots eröffnet - das sind etwa dreimal so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. „Die Zinserhöhung wird nicht schaden“, sagte Rentner Lao Wang, der seine Tage mit dem Aktienhandeln verbringt. „Nur die Zahlen zählen, und die sagen heute, dass der Markt stark ist.“

Im Börsensaal in Schanghai gehen viele Händler davon aus, dass die Kapitalzuflüsse noch länger anhalten und weitere Gewinne ermöglichen. Zudem geben die gute Entwicklung der Unternehmensgewinne, die anstehenden Börsengänge chinesischer Firmen und die Olympischen Spiele in Peking 2008 Kaufanreize. Bei Analysten und der chinesischen Regierung wächst dagegen die Sorge vor einer Überhitzung des Aktienmarktes. Der Index legte vergangenes Jahr um 130 Prozent zu, seit Jahresbeginn um 53 Prozent. Sollte die Regierung nicht entschieden genug vorgehen, um die Luft aus der Blase zu lassen, drohe eine umso stärkere Korrektur in der Zukunft, sagte Qu Hongbin, China-Chefvolkswirt bei HSBC. „Unentschlossenheit ist die größte Gefahr."

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