Türkei
Spannungen mit den USA belasten Börse

Der Streit zwischen der Türkei und den USA wirkt sich auch auf die türkischen Märkte aus. Der Leitindex an der Istanbuler Börse fiel um bis zu ein Prozent. Die türkische Währung Lira geriet ebenfalls unter Druck.

FrankfurtWegen der wachsenden Spannungen mit den USA haben sich am Montag Anleger aus türkischen Wertpapieren zurückgezogen. Der Leitindex der Istanbuler Börse fiel um bis zu ein Prozent. Der dortige Bankenindex verlor wegen Spekulationen auf milliardenschwere US-Strafen im Zuge angeblicher Verletzungen der Sanktionen gegen den Iran zeitweise sogar doppelt so stark.

Die türkische Währung geriet ebenfalls unter Druck. Dadurch kletterte der Kurs des Dollar auf ein Sechs-Monats-Hoch von 3,711 Lira. Die Verkäufe türkischer Anleihen hievte die Rendite der zweijährigen Titel auf den höchsten Stand seit Mai. Parallel dazu verteuerte sich am Markt für sogenannte Credit Default Swaps (CDS) die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets türkischer Bonds gegen Zahlungsausfall um 4000 auf 177.000 Dollar, wie der Datenanbieter Markit mitteilte.

Einem türkischen Zeitungsbericht zufolge drohen sechs Banken hohe Strafen in den USA. Auf ein Institut kämen Zahlungen von mehr als fünf Milliarden Dollar zu. Bei den übrigen seien die Summen geringer. Die türkische Bankenaufsicht bezeichnete diese Nachricht als Gerücht, das jeder Grundlage entbehre. Das US-Finanzministerium wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.

Im vergangenen Monat hatten die USA den ehemaligen türkischen Wirtschaftsminister Zafer Caglayan angeklagt. Der frühere Chef einer staatlichen Bank soll im Auftrag des Iran Hunderte Millionen Dollar verschoben haben. Außerdem stellen die USA und die Türkei Staatsbürgern des jeweils anderen Nato-Partners keine Visa mehr aus. Hintergrund ist die Festnahme zweier türkischer Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul. Zudem wurden in den USA 15 türkische Sicherheitskräfte verklagt. Bei dem US-Besuch des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Mai war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen seinen Bodyguards und Demonstranten gekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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