Tui von Wandelanleihe belastet
Dax rutscht zum Handelsschluss doch noch ins Minus

Von Kursverlusten an den US-Börsen belastet hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch im Minus geschlossen. Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien von Tui. Die Ankündigung einer Wandelanleihe setzte nach Angaben von Börsianern die Titel des Touristikkonzerns unter Verkaufsdruck.

HB FRANKFURT. Nachdem er zeitweise über die Marke von 3600 Punkten geklettert war, schloss der Dax nahe seines Tagestiefs mit 3561,03 Zählern. Das waren 0,10 % weniger als am Vortag. Der MDax legte um 0,67 % auf 4158,98 Punkte. Der TecDax rückte um 0,69 % auf 543,99 Punkte vor.

Auf Grund eigener fehlender Impulse folgte die deutsche Börse wieder einmal den Vorgaben der Wall Street, sagten Händler. Zudem habe die angebliche Tonband-Aufnahme von Saddam Hussein auf die Stimmung gedrückt. Allerdings dürften die aktuellen Kursbewegungen angesichts des bevorstehenden Großen Verfallstermins an den Derivatebörsen nicht überbewertet werden. Am Freitag verfallen Optionen und Futures auf Indizes sowie Aktienoptionen. Dies führt in den Tagen davor üblicherweise zu starken Kursschwankungen bei hohen Umsätzen, weil Anleger die Kurse der Aktien, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung bewegen wollen.

Die Aktien von Tui verbilligten sich um 2,9 % auf 16,3 € und waren damit Tagesverlierer im Dax. Europas größter Touristik-Konzern plant noch für dieses Jahr eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 350 bis 400 Mill. €. Bereits am Vormittag hatten Gerüchte um diese Kapitalmaßnahme die Tui-Papiere unter Verkaufsdruck gesetzt. Wandelanleihen belasten in der Regel den Aktienkurs, weil Investoren die Papiere verkaufen, um die Anleihe zu zeichnen. Außerdem erhöht eine in Aktien wandelbare Schuldverschreibung die Anzahl der ausgegeben Dividendentitel und verwässert damit den Gewinn je Aktie. Der niedrige Ölpreis trieb Lufthansa am anderen Ende des Kurszettels um 2,4 % auf 12,35 € hinauf.

Für die Chemiewerte seien die moderaten Gewinnerwartungen des US-Chemiekonzerns DuPont zur Belastung geworden, sagte der Händler. DuPont erwartet einen Jahresgewinn je Aktie von 1,60 Dollar, während Analysten mit 1,80 Dollar gerechnet hatten. Bayer-Aktien schlossen 1,30 % schwächer mit 19,76 €, BASF gaben 1,03 % auf 41,20 € ab.

Finanzwerte waren nach den freundlichen Konjunktursignalen der amerikanischen Notenbank gefragt. „Wer auf die Erholung setzt, ordert jetzt insbesondere konjunktursensitive Aktien wie die der Finanzdienstleister“, sagte ein Händler. Münchener-Rück-Aktien zogen um 0,83 % auf 97,10 € an, HypoVereinsbank gewannen 0,86 % auf 17,65 €.

Infineon-Papiere zogen um 2,14 % auf 12,88 € an. Der Halbleiterkonzern will bis 2007 1,2 Mrd. $ in der Volksrepublik China investieren und seinen Marktanteil auf 10 % verdoppeln. Für die Aktien des Softwarekonzerns SAP ging es um 2,27 % auf 118,75 € hinauf, während Siemens um 0,72 % auf 56,27 € zulegten.

Am Rentenmarkt sank der Bund Future um 0,03 % auf 117,81 Punkte. Der REX war bei 113,67 Punkten um 0,26 % fester. Die Umlaufrendite stieg um 0,01 Punkte auf 3,90 (Dienstag: 3,89) Prozent. Der Eurokurs sank geringfügig. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1212 (Dienstag: 1,1235) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8919 (0,8901) Euro.

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