Turbulente Märkte
Finanztitel stürzen Börsen ins Chaos

Nach den immensen Verlusten zum Wochenauftakt dominiert an den Aktienmärkten die Furcht vor weiteren Rückschlägen. Börsenhändler sprechen von „Zeichen einer Panik“. Und auch die Banken korrigieren ihre Kursprognosen weiter nach unten. Dagegen erreichen die Risikoprämien an den Kreditmärkten neue Höhen. Am Ende eines turbulenten Börsentages notierte der Dow Jones am Montag dennoch im Plus.

So nahm die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihr Dreimonatsziel für den Deutschen Aktienindex (Dax) von 6 500 auf 6 000 Punkte zurück. Beim Bankhaus Sal. Oppenheim hieß es, die Prognosen seien „aktuell außer Kraft gesetzt“.

Der Dax fiel – ebenso wie der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 – um bis zu vier Prozent. Das deutsche Börsenbarometer sank zeitweise unter 6 200 Punkte, seit Jahresbeginn hat er mehr als 20 Prozent verloren. Der Dow-Jones-Index hingegen drehte nach einem turbulenten Börsentag am Montagabend doch noch leicht ins Plus und notierte nach Börsenschluss mit 11 972 Punkten etwas fester. Die Rede von US-Präsident George W. Bush, der eine "entschiedene Reaktion" für den Falle einer weiteren Zuspitzung der Krise ankündigte, stützte den Dax dagegen kaum.

Dabei wird die Rolle der US-Regierung nach Meinung von Matthias Jörss, Aktienstratege bei Sal. Oppenheim, immer wichtiger: „Die Finanzkrise wurde bisher vielfach falsch eingeschätzt. Es handelt sich nicht um eine Liquiditätskrise, kritisch ist vielmehr die rezessive Konjunkturentwicklung in den USA.“ Entsprechend könne auch nicht die Fed das Problem mit Zinssenkungen lösen, entscheidend sei vielmehr, wie die US-Administration auf die Krise reagiere. „Wenn hier nichts Gutes rauskommt, haben wir ein massives Problem“, sagt Jörss. Als zusätzliche Belastung sieht er die Lage der Unternehmen. Hier könne es noch zu vielen „Gewinnwarnungen“ kommen.

Als Risiko für die Märkte erweist sich zunehmend auch der schwache Dollar. Gegenüber dem Dollar verbilligte er sich gestern zeitweise auf 1,59 Dollar je Euro, zum Yen bis auf 95 Yen je Dollar. „Jeder neue Abwärtsschub für den Dollar ist eine zusätzliche Belastung, weil weitere Ertragseinbußen drohen“, sagt LBBW -Aktienstratege Michael Köhler. Auch der rekordhohe Ölpreis werde dazu beitragen, dass es an der Börse „noch einige Monate schwierig bleiben wird“.

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