Übernahmen stehen im Fokus
Niedrige Inflation verhilft Wall Street zu Kursgewinnen

Eine überraschend geringe Teuerung in den USA im Januar hat die Befürchtungen vor wachsenden Inflationsgefahren und stärker steigenden Zinsen an der Wall Street gedämpft und die Investoren zu neuen Käufen ermutigt.

HB NEW YORK. Dazu trug nach Angaben von Analysten auch das Protokoll des Zinstreffens der US-Notenbank (FED) vom 1. und 2. Februar bei. Die führenden Indizes zogen durchweg an. Unterstützung lieferte Händlern zufolge auch eine Höherstufung der Aktien des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble und kräftige Kursgewinne des Computerherstellers Apple nach der Ankündigung einer neuen Version seines MP3-Players "iPod".

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 10.700 und einem Tief von 10.608 Zählern. Er verließ den Handel 0,59 Prozent höher mit rund 10.673 Punkten. Der S&P-500-Index stieg um 0,56 Prozent auf etwa 1190 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 0,05 Prozent auf rund 2031 Punkte an. "Die Fed wird die Zinsen weiterhin in maßvollem Tempo erhöhen. Da ist nichts drin, wenn ich das lese, was mir als neu oder verändert ins Auge springt", kommentierte Bill Strazzullo das Protokoll der Sitzung des für die Geldpolitik der Fed verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) Anfang Februar. Die Fed hatte damals ihren Schlüsselzins zum sechsten Mal in Folge um wieder 25 Basispunkte auf nunmehr 2,50 Prozent angehoben. Sie bekräftigte zudem ihre Einschätzung, wonach die Geldpolitik in maßvollem Tempo gestrafft werden kann, um Inflationsgefahren vorzubeugen.

"Die freundlichen Verbraucherpreisdaten sind heute die treibende Kraft. Auf einen schrecklichen Tag wie gestern folgt immer ein Verdauungsprozess, wie er jetzt stattfindet", sagte Cummins Catherwood von Walnut Aset Management. Da sich das Öl nicht weiter verteuert habe und der Dollar sich offenbar leicht erhole, sagten sich die Anleger, dass alles vielleicht doch nicht so schlimm sei, wie sie zunächst gedacht hätten, fügte Catherwood hinzu." Peter Boockvar von Miller Tabak & Co fügte hinzu, dass die Kernrate der Verbraucherpreise im Rahmen der Erwartungen gelegen habe, habe einen Seufzer der Erleichterung ausgelöst.

Goodyear legt fast sieben Prozent zu

Lebhafter Nachfrage erfreuten sich die Papiere von Procter & Gamble, nachdem die Investmentbank UBS die Titel auf "kaufen" von "neutral" hochgestuft hatte. Der Kurs zog um knapp 2,4 Prozent auf 53,49 Dollar an. Auch die Ankündigung der neuen Version des weltweit gefragten MP3-Players "iPod" von Apple regte die Investoren zu Käufen an. Die Titel gewannen daraufhin knapp 3,5 Prozent auf 88,23 Dollar.

Um gut 6,7 Prozent auf 14,00 Dollar legten die Titel des größten US-Reifenherstellers Goodyear zu, nachdem das Unternehmen für das vierte Quartal einen höheren Umsatz als bislang erwartet in Aussicht gestellt hatte. Die Aktien des weltgrößten Chip-Herstellers Intel bremsten unterdessen den Aufschwung im Technologiesektor. Obwohl der weltgrößte PC-Hersteller Dell ankündigte, seinem langjährigen Chip-Lieferanten Intel die Treue zu halten und nicht mehr nicht mehr ernsthaft daran denke, zusätzlich Halbleiter vom Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) zu kaufen, sackte der Intel-Kurs um fast zwei Prozent auf 23,24 Dollar ab. Die Titel von AMD wurden sogar um fast 2,4 Prozent niedriger mit 16,60 Dollar angeschrieben, während die Dell-Papiere gut ein Prozent auf 39,90 Dollar abgaben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Milliarden Aktien den Besitzer. 2122 Werte legten zu, 1216 gaben nach und 153 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1569 Werte im Plus, 1522 im Minus und 192 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 7/32 auf 97-28/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 4,264 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 18/32 auf 110-24/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,656 Prozent.

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