Übernahmespekulationen
"Fusionitis" treibt Europas Börsen

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Börsenindizes haben am Dienstag den ersten Handelstag der laufenden Woche gut behauptet bis etwas fester beendet. Börsianer verwiesen auf Übernahmen und Übernahmespekulationen, die die Notierungen etlicher Aktien nach oben getrieben hätten.

Der Eurostoxx 50 schloss 0,70 Prozent höher bei 4 301,47 Zählern und damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 legte um 0,59 Prozent auf 3 786,35 Punkte zu. Der Euronext 100 gewann 0,48 Prozent auf 1 015,90 Punkte. In Paris stieg der CAC 40 um 0,43 Prozent auf 5 766,27 Zähler. Der Londoner Ftse 100 gewann 0,32 Prozent auf 6 417,80 Punkte.

Titel von ABN Amro gehörten mit plus 2,14 Prozent auf 33,90 Euro zu den stärksten Werten im Eurostoxx 50. Dem "Sunday Telegraph" zufolge plant die Royal Bank of Scotland Group (Rbos) zusammen mit Banco Santander Central Hispano (Bsch) ein Gegenangebot für den niederländischen Finanzkonzern. Der britische Konkurrent Barclays hatte zu einem früheren Zeitpunkt seine Bereitschaft zur Fusion mit ABN Amro erklärt. Rbos-Papiere legten um 0,20 Prozent auf 2008,00 Pence zu. Barclays gewannen 0,27 Prozent auf 735,00 Pence, und Bsch kletterten um 1,16 Prozent auf 13,92 Euro.

In Paris legten Pinault-Printemps-Redoute (PPR) nach dem Einstieg beim deutschen Sportbekleidungshersteller Puma an der Spitze des CAC 40 um 3,17 Prozent auf 133,03 Euro zu. Der französische Luxusgüterkonzern hatte die Beteiligung des bisherigen Großaktionärs Mayfair für 330 Euro je Puma-Aktie gekauft. Den restlichen Aktionären soll ein Übernahmeangebot in gleicher Höhe gemacht werden. Nach Einschätzung von Analysten werden diese aber auf eine höhere Offerte entweder von PPR oder einem anderen Interessenten warten.

EADS-Titel gewannen 1,00 Prozent auf 24,22 Euro. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern wird auf der Hauptversammlung am 4. Mai keine Kapitalerhöhung vorschlagen. "Am Markt wurde schon mit einer Kapitalerhöhung gerechnet, sollte diese nun nicht nötig sein, ist das klar positiv für EADS", sagte ein Börsianer.

Das Papier von Danone war hingegen mit minus 1,62 Prozent auf 121,60 Euro Tagesverlierer im Eurostoxx 50. Händler verwiesen auf Streitigkeiten mit einem chinesischen Joint-Venture-Partner. Zudem hatte Prudential die Einstufung für die Aktien des französischen Lebensmittelkonzerns von "Overweight" auf "Neutral-Weight" gesenkt.

In London profitierten die Minenwerte von höheren Rohstoffnotierungen. So legten Vedanta an der "Footsie"-Spitze um 3,62 Prozent auf 1 432,00 Pence zu. Rio Tinto gewannen 2,46 Prozent auf 3 120,00 Pence, und für BHP Billiton ging es um 1,90 Prozent auf 1 181,00 Pence hoch.

Sainsbury waren indes belastet von Befürchtungen über ein Platzen der Übernahme des britischen Einzelhändlers mit minus 4,01 Prozent auf 538,50 Pence klares Schlusslicht. Auch das von der Investorengruppe CVC erhöhte Angebot von 582 Pence je Sainsbury-Aktie könnte von den Familienaktionären abgelehnt werden, sagten Händler. Diese hatten zuvor einen Preis von mindestens 600 Pence verlangt.

In der Schweiz führten Clariant mit einem Aufschlag von 2,16 Prozent auf 21,30 Schweizer Franken die Gewinnerliste an. Im Zusammenhang mit den Übernahmespekulationen um den US-Chemiekonzern Dow Chemical seien auch die Aktien des Schweizer Spezialitätenchemie-Herstellers wieder ins Gespräch gekommen, hieß es in Handelskreisen. Zudem sei es um 21 Franken zu einem technischen Ausbruch gekommen. Dow Chemical hatte allerdings am späten Montagabend dementiert, an Gesprächen über eine mögliche Übernahme beteiligt zu sein.

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