Überraschend gute Einzelhandelszahlen
US-Börsen durch Zinsspekulationen belastet

Spekulationen über eine Erhöhung der Leitzinsen, ausgelöst durch einen überraschend deutlichen Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze, haben am Dienstag die US-Aktienmärkte belastet. Der Standardwerte-Index Dow-Jones ging 1,3 Prozent niedriger bei 10 381 Punkten aus dem Handel.

HB NEW YORK. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,4 Prozent auf 1129 Zähler nach, während der Nasdaq Composite 1,7 Prozent auf 2030 Punkte verlor. Vom Zinsniveau abhängige Werte, darunter Finanzkonzerne und Bauunternehmen, verbuchten Verluste. So gaben Citigroup-Aktien 1,7 Prozent auf 51,20 Dollar nach. Der S&P-Investmentbank-Index verlor drei Prozent, der Dow-Jones-Index der Wohnungsbauunternehmen gab 1,6 Prozent nach.

Der US-Einzelhandel hatte im März sein größtes Umsatzplus seit einem Jahr verbucht. Der Umsatz legte um 1,8 Prozent zu und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von 0,6 Prozent deutlich. Außerdem wurde die Steigerungsrate für Februar nach oben revidiert. Die Renditen der Staatsanleihen zogen daraufhin an, was Händler damit begründeten, dass die US-Notenbank Fed nun früher als erwartet die Zinsen erhöhen könnte.

„Mit den Einzelhandelsumsätzen ist die Sache die, dass zu stark nicht gut ist“, sagte ein Börsianer. „Die größte Sorge da draußen ist: Wann wird die Fed auf die Konjunkturbremse treten?“ Die Aktien des Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson legten gegen den Trend zu und stiegen 0,4 Prozent auf 51,39 Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen einen 20-prozentigen Anstieg seines Quartalsgewinns bekannt gegeben. Merrill-Lynch-Aktien verloren dagegen 1,9 Prozent auf 58,61 Dollar, obwohl die Investmentbank ihren Gewinn im ersten Quartal nahezu verdoppelt hatte.

Vor Veröffentlichung der Quartalszahlen des US-Chipherstellers Intel legten dessen Aktien 0,3 Prozent auf 27,67 Dollar zu. Die Zahlen wurden nach Börsenschluss erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,42 Milliarden Aktien den Besitzer. 419 Werte legten zu, 2954 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 699 im Plus, 2541 im Minus und 124 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 28/32 auf 97-9/32. Sie rentierten mit 4,34 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-8/32 auf 103-9/32 bei einer Rendite von 5,15 Prozent.

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