Umfrage
Anleger erwarten anhaltenden Aufwärtstrend

Anleger in Deutschland rechnen mit anhaltend steigenden Kursen an Europas Märkten. Davon gehen laut einer Umfrage der Citigroup und TNS Infratest 45 Prozent der privaten und etwa die Hälfte der professionellen Anleger aus.
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Frankfurt Anleger in Deutschland rechnen einer Umfrage zufolge mit einem anhaltenden Aufwärtstrend an Europas Aktienmärkten. Für die kommenden zwölf Monate gehen mehr als zwei Drittel der befragten Privatanleger und sogar knapp drei Viertel der professionellen Marktteilnehmer davon aus, dass die Aktienkurse weiter steigen werden.

Auf Drei-Monats-Sicht sind es 45 Prozent der privaten und rund die Hälfte der professionellen Marktteilnehmer. Dies geht aus einer Befragung unter 352 privaten Anlegern und 164 professionellen Marktteilnehmern durch die Citigroup und TNS Infratest hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag. Zu den professionellen Marktteilnehmern zählen Vermögensverwalter, Bankberater und Produktmanager.

"Es ist erstaunlich, wie nah die beiden Gruppen in ihrer Meinung und bei der Bewertung der Märkte beieinander liegen", sagte Dirk Heß, Leiter des öffentlichen Vertriebs von Derivaten für Privatanleger bei der Citi in Deutschland und Österreich. "Sowohl Privatanleger als auch professionelle Marktteilnehmer sind offenbar sehr gut informiert - oder das Bauchgefühl stimmt bei den Befragten überein, sofern es denn bei den Entscheidungen eine Rolle spielt."

Die Citigroup will die zwischen dem 15. März und 12. April erstmals erhobene Studie künftig quartalsweise erstellen. "Interessant wird es sein, welche der beiden Gruppen in den kommenden Quartalen schneller auf Veränderungen reagiert", sagte Heß. Die meisten der Befragten hätten erst im April geantwortet, als sich der Schock infolge der Natur- und Atom-Katastrophe in Japan wieder etwas gelegt habe. Am 15. März waren die Kurse an den Aktienmärkten rund um den Globus tief ins Minus gerutscht, nachdem es im Atomkraftwerk Fukushima infolge von Erdbeben und Tsunami zu Explosionen gekommen war.

Einigkeit herrschte unter den Befragten der Citi-Studie auch bei der Einschätzung der Zinsentwicklung in Europa: Mittelfristig stellen sich rund 77 der privaten und 72 Prozent der professionellen Marktteilnehmer auf einen steigenden Euribor-Satz ein, für die kommenden zwölf Monate rechnen sogar jeweils mehr als 80 Prozent mit anziehenden Zinsen. Die Mehrheit der Befragten geht zudem von einer steigenden Inflationsrate im Euroraum aus.

Konsequenzen ziehen daraus nach Angaben der Citigroup allerdings nur 14 Prozent der Privatanleger, indem sie auf einen Inflationsschutz im Depot achten. Bei den professionell Aufgestellten nehmen rund 23 Prozent eine Absicherung gegen die Geldentwertung vor.

Bei der Entwicklung des Goldpreises scheiden sich allerdings die Geister. Während knapp die Hälfte der privaten Anleger mittelfristig und 45 Prozent auch über ein Jahr hinweg mit steigenden Goldpreisen rechnet, sind dies auf Drei-Monats-Sicht nur 35 Prozent der professionellen Teilnehmer. In den kommenden zwölf Monaten erwarten immerhin rund 41 Prozent von ihnen eine Verteuerung des Edelmetalls.

Sinken werden nach Ansicht der meisten Befragten in den kommenden zwölf Monaten die Preise am Rohölmarkt. Zwar geht die Mehrheit von zunächst weiter anziehenden Preisen aus, für die Zeit danach erwartet jeweils fast jeder fünfte Befragte aber mit einem Absinken der Rohölpreise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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