Unsicherheit wegen Murakami-Skandals
Sorge um US-Konjunktur drückt Tokioter Börse ins Minus

Sorgen über die Entwicklung der US-Wirtschaft haben die Tokioter Börse am Montag deutlich ins Minus gedrückt. Händler sprachen zudem von einer allgemeinen Unsicherheit nach den inzwischen zugegebenen Insider-Vorwürfen gegen den Fondsmanager Yoshiaki Murakami, was Gewinnmitnahmen ausgelöst habe.

HB TOKIO. Auch ein Anstieg des Öl-Preises belastete die Kurse. Andere Börsen in Asien zeigten sich ebenfalls schwach. Der Euro legte zum Dollar etwas zu.

Die meisten Teilnehmer sagten, dass der Einfluss des Murakami-Skandals auf den Aktienmarkt begrenzt sein dürfte. Einige sagten aber auch, dass sie abwarten wollten, wie das Ausland darauf reagiere. Mehr als 100 Unternehmen und Organisationen sind im 400-Mrd-JPY Murakami-Fonds investiert

.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 0,77 Prozent niedriger bei 15 668 Punkten. Der breiter gefasste TOPIX-Index verlor 0,7 Prozent auf 1594 Zähler. Die Börsen in Taiwan, Singapur und Südkorea lagen ebenfalls im Minus. Nur Hongkong legte zu.

Die US-Börsen hatten am Freitag leichte Kursverluste hinnehmen müssen. Hintergrund war, dass die Zahl der in den USA neu geschaffenen Stellen schwächer ausfiel als erwartet. Auf der einen Seite dämpfte dies die Sorge, die US-Notenbank Fed werde längere Zeit an ihrer Politik der Zinserhöhungen festhalten. Allerdings deuten die Arbeitsmarktdaten möglicherweise auch auf eine Abkühlung der Konjunktur hin.

„Im Moment scheint sich jeder Sorgen über eine Verlangsamung der US-Wirtschaft zu machen“, sagte Yoku Ihara von Retela Crea Securities. „Es wäre eine Sache, wenn wir einen langsamen Rückgang sehen, aber Investoren befürchten, dass es einen Schlag mit einem plötzlichen Rückgang des Wachstums geben wird.“ Auch könnten höhere Energiepreise belasten. Nach der erstmaligen Andeutung des Iran, im Atomstreit mit dem Westen möglicherweise doch Öl als Waffe einzusetzen, stieg der Ölpreis. Leichtes US-Öl verteuerte sich im frühen Handel am Montag um etwa einen Dollar auf 73,20 Dollar je Barrel.

In Japan waren insbesondere Exportwerte die Leidtragenden. Die Aktien des zweitgrößten Autoherstellers der Welt, Toyota, verloren um 1,3 Prozent auf 6040 Yen. Der Konkurrent Nissan Motor muss bei seinen Papieren einen Rückgang von 1,75 Prozent auf 1348 Yen hinnehmen.

Der Euro stieg auf 1,2954 Dollar nach 1,2912 Dollar im späten US-Handel vom Freitag. Der Dollar lag bei 111,61 Yen nach 111,73 Yen. Mit besonderem Interesse dürften die Finanzmärkte auf eine geldpolitische Konferenz in Washington blicken, an der im Tagesverlauf US-Notenbankchef Ben Bernanke, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und der japanische Vize-Zentralbankchef Toshiro Muto teilnehmen sollten.

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