Unternehmenszahlen und Konjunktur-Sorgen belasten
Aktienmärkte in Asien verlieren

Die Börsen in Asien schließen mit Verlusten. Verantwortlich waren im Wesentlichen zwei Faktoren: Schlechte Unternehmenszahlen und Sorgen um die US-Konjunktur schickten die Kurse auf Talfahrt.

HB HONGKONK. Nach der Vorlage durchwachsener Geschäftszahlen gerieten vor allem Elektrokonzerne unter Druck, darunter auch der Epcos-Kaufinteressent TDK. Auf die Stimmung drückten auch enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA, die den Händlern erneut Angst vor einer Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft machten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 2,1 Prozent im Minus bei 13 094 Punkten, dem tiefsten Stand seit zwei Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,3 Prozent auf 1 272 Stellen.

Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und Sanghai notierten tiefer. Die US-Börsen hatten am Donnerstag im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 1,78 Punkte auf 11 378 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,31 Prozent auf 1 267 Zähler. Zu den größten Verlierern an den Börsen in Asien gehörten Aktien aus der Elektrobranche. Die Papiere von TDK gaben nach einem Gewinneinbruch und einer Senkung der Jahresprognose um 3,8 Prozent nach. Der Elektronikkonzern hatte am Donnerstag bekanntgegeben, den Münchner Elektronikkomponenten-Hersteller Epcos für 1,2 Milliarden kaufen zu wollen.

Die Papiere des Chiphersteller NEC Electronics stürzten nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen sogar um 16,5 Prozent ab – der größte Kursverlust an einem Tag für NEC seit über 20 Jahren. Das Unternehmen leidet unter der schleppenden Nachfrage nach Chips für Autos und hochpreisigen Computer sowie dem starken Yen, der Exporte verteuert. Im Verlauf des Jahres ist nach Einschätzung von NEC keine Besserung in Sicht.

"Die Anzahl der Unternehmen, die ihre Gewinnprognosen senken, ist höher als gedacht", sagte Händler Junichi Misawa von STB Asset Management. Viele Unternehmen könnten die höheren Materialkosten offensichtlich nicht an ihre Kunden weitergeben, erklärte er. "Außerdem bricht die Nachfrage immer stärker ein. Das frisst die Gewinne der Unternehmen auf."

Auch Finanztitel gaben nach. Die großen japanischen Banken Mizuho und Sumitomo Mitsui hatten im ersten Quartal einen Gewinneinbruch in ihrem Kerngeschäft bekannt gegeben. Die Papiere von Mizuho verloren daraufhin 3,6 Prozent, Sumitomo Mitsui 7,6 Prozent.

Darüber hinaus sorgten einmal wieder Vorgaben aus den USA für Sorgen bei den Händlern. Auf die Stimmung drückten vor allem das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Wirtschaftswachstum sowie ein starker Anstieg der Arbeitslosenmeldungen. In der vergangenen Woche hatten in den USA 448 000 Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe eingereicht. "Die Aussichten für die weltweite Wirtschaft haben sich verschlechtert", sagte Händler Yoku Ihara von Retela Crea Securities.

Der Euro hat in Fernost nachgegeben. Zur US-Währung notierte der Euro bei 1,5569 Dollar nach 1,5600 Dollar im späten New Yorker Handel. Händlern zufolge wurde die Gemeinschaftswährung durch eine Reihe schwacher europäischer Konjunkturdaten belastet. Auch zur japanischen Währung gab der Euro nach, er wurde mit 167,41 Yen bewertet. Ein Dollar kostete nahezu unverändert 107,53 Yen.

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