US-Aktienmärkte
Konjunktursorgen bescheren Wall Street Verluste

Europas Kampf gegen die Schulden und enttäuschende Zahlen vom chinesischen Export drücken den Dow-Jones ins Minus. Der Auto- und Immobilienfinanzier Ally Financial verschiebt den Börsengang.
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USA/New YorkSorgen vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur und wegen der Schuldenkrise in Europa haben am Freitag der Wall Street Verluste beschert. Zahlen vom chinesischen Export wurden von Investoren mit Enttäuschung aufgenommen. Auf die Stimmung drückte auch der abgesagte Börsengang des Auto- und Immobilienfinanziers Ally Financial. Am Donnerstag hatte die Wall Street nach einer sechstägigen Schwächephase wieder im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,4 Prozent niedriger auf 11.968 Punkte. Während des Tages pendelte er zwischen den Marken von 11.937 und 12.124.

Der breiter gefasste S&P 500 verlor ebenfalls 1,4 Prozent auf 1270 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,5 Prozent auf 2643 Stellen nach. Damit verzeichneten die Indizes über die Woche gerechnet deutliche Verluste: Beim Dow betrug das Minus 1,6 Prozent und beim S&P 2,2 Prozent. Beim Nasdaq stand sogar ein Verlust von 3,3 Prozent. Er ist damit auf einem niedrigeren Stand als noch zu Jahresbeginn. In Frankfurt schloss der Dax am Freitag mit einem Tagesminus von 1,25 Prozent auf 7069 Punkten.

In China schwächte sich das Wachstum der Ausfuhren im Mai überraschend deutlich ab. Die Volksrepublik bemüht sich, mit einer strafferen Geldpolitik eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden. Jack de Gan von Harbor Advisory sprach von einem Hinweis, dass es „eine gewisse Verlangsamung in der weltweiten Nachfrage nach chinesischen Produkten gibt“.

Dies wiederum verstärke die Angst vor einer Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft. Im Interesse der Anleger standen Aktien aus dem Finanzsektor. Die US-Notenbank will 35 statt bislang 19 Institute Belastungstests unterziehen, die direkte Auswirkungen auf Dividendenzahlungen haben können. Der S&P-Index für die Finanzbranche verzeichnete ein Minus von 0,7 Prozent. Auch die Verschiebung eines Sechs-Milliarden-Dollar-IPOs des Hypotheken- und Autofinanzierers Ally Financial sorgte für Verstimmung. Das Unternehmen gehört mehrheitlich der US-Regierung. Investoren hatten sich ohnehin in jüngster Zeit besorgt über die Entwicklung von Finanztiteln gezeigt.

An der New York Stock Exchange wechselten gut eine Milliarde Aktien den Besitzer. 587 Werte legten zu, 2419 gaben nach, und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Milliarden Aktien 593 im Plus, 1987 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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