US-Aktienmärkte: Wall Street: Händler setzen auf Erholung

US-Aktienmärkte
Wall Street: Händler setzen auf Erholung

Die US-Aktienmärkte sind am Freitag deutlich fester ins neue Jahr gestartet. Trotz schwacher Konjunkturdaten setzten Händler auf eine Erholung der Kurse nach dem Horror-Jahr 2008, in dem der Leitindex Dow Jones um über 30 Prozent einbrach.

HB NEW YORK. Da viele Anleger über den Jahreswechsel in Urlaub waren, blieben die Umsätze jedoch gering. Hoffnung auf neue Staatshilfen beflügelte Stahlunternehmen, gewährte Finanzspritzen der US-Regierung beflügelten die Aktien des angeschlagenen Autobauers General Motors. Auch in der Technologiebranche legten die Branchengrößen zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,9 Prozent im Plus bei 9034 Punkten - dem höchsten Stand seit zwei Wochen. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 8772 und 9065 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 3,2 Prozent auf 931 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 3,5 Prozent auf 1632 Punkte zu. In Frankfurt schloss der Dax3,4 Prozent im Plus bei 4973 Punkten.

In New York hofften viele Händler, dass nach den Kurseinbrüchen 2008 das Gröbste überstanden ist. „Es gibt heute einen gewissen Neu-Jahr-Optimismus, auch wenn die Umsätze gering sind“, sagte Händler Andre Bakhos. Angesichts der niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen rechnet er damit, dass Händler wieder verstärkt in Aktien investieren werden. Seit Mitte November, als der Dow Jones auf den tiefsten Stand seit elf Jahren fiel, hat der Leitindex bereits wieder mehr als 20 Prozent zugelegt. „Der Markt ist mit schlechten Nachrichten locker umgegangen, das macht Hoffnung“, sagte Händler Tim Ghriskey. Insgesamt überwog der Optimismus die Pessimisten, die vor negativen Überraschungen in der anstehenden Quartalssaison warnten.

Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien der Opel-Mutter GM, die 14,1 Prozent stiegen. Der krisengeschüttelte Konzern hatte kurz vor Jahresende eine erste lebenswichtige Kredittranche aus dem milliardenschweren Rettungspaket der Regierung erhalten. GM versprach dafür, seine Sanierung zu beschleunigen. Die Papiere von Ford, das seinen Umbau zunächst ohne Staatshilfen vorantreiben will, legten 7,4 Prozent zu. Die Prognosen für 2009 blieben jedoch düster. Ford rechnet damit, dass der US-Autoabsatz im Vergleich zum Krisenjahr 2008 weiter fallen wird.

Ebenfalls auf den Kauflisten der Börsianer standen die Aktien des Stahlriesen Nucor mit einem Plus von 4,6 Prozent. Nach der Finanz- und der Autobranche bittet nun auch die in eine Absatzkrise geratene Stahlindustrie die US-Regierung um Unterstützung. Die „New York Times“ berichtete, die Stahlkonzerne fordern vom künftigen Präsidenten Barack Obama ein Infrastrukturpaket in Höhe von bis zu einer Billion Dollar, um die Stahlnachfrage anzukurbeln.

Wie schlecht es der US-Wirtschaft derzeit geht, unterstrichen derweil neue Konjunkturdaten. Die Geschäfte der US-Industrie schrumpften im Dezember so stark wie seit 28 Jahren nicht mehr. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufmanager fiel noch stärker als von Analysten befürchtet. „Es ist schockierend, was 2008 passiert ist. Aber wir müssen das hinter uns lassen und herausfinden, wie sich Gesamtwirtschaft und Geschäfte nun entwickeln“, sagte Analyst Kim Caughey.

Mit großer Spannung wartet die Wall Street auf die Einzelheiten des Konjunkturprogramms, das Obama am Montag mit Kongressmitgliedern besprechen will. Medienberichten zufolge ist eine Summe von bis zu 775 Mrd. Dollar im Gespräch. Das Paket wird wohl Investitionen in die Infrastruktur und Steuersenkungen beinhalten.

Zu den Gewinnern gehörten am Freitag mit McDonalds und Wal-Mart auch zwei Firmen, die Analysten zufolge dank ihrer Billig-Angebote weitgehend immun gegen Rezession und Wirtschaftsflaute sind. Die Papiere der Burger-Kette gewannen 2,5 und die Aktien des Einzelhandelsriesen zwei Prozent. Der gestiegenen Ölpreis beflügelte Energietitel. Chevron verteuerte sich um 3,5 Prozent, Exxon Mobile legte um 2,3 Prozent zu. Auch große Technologiefirmen profitierten von der positiven Grundstimmung. Chipgigant IBM gewann 3,8 x Prozent, Softwareriese Microsoft 4,6 Prozent und iPod-Hersteller Apple 6,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Mrd. Aktien den Besitzer. 2590 Werte legten zu, 512 gaben nach und 58 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,45 Mrd. Aktien 2030 im Plus, 736 im Minus und 88 unverändert. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 22/32 auf 99-01/32 nach. Sie rentierten mit 1,700 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 56/32 auf 111-23/32 und hatten eine Rendite von 2,406 Prozent.

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