US-Börse: Schwache Daten bremsen Wall Street

US-Börse
Schwache Daten bremsen Wall Street

Die Erleichterung über die gelungenen Bond-Auktionen der Euro-Länder Spanien und Italien hat sich an den US-Börsen nur kurz gehalten. Schlechte Arbeitsmarktdaten und Berichte aus dem Einzelhandel belasteten den Handel.
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New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag erneut Gewinne eingefahren. Eine Entspannung in der europäischen Schuldenkrise half den New Yorker Kursen auf die Sprünge. Doch die Zuwächse hielten sich in Grenzen, weil jüngste US-Wirtschaftszahlen so manchen Konjunkturoptimisten unter den Anlegern wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholten.

Nachrichten vom Arbeitsmarkt und dem Einzelhandel riefen ihnen schmerzhaft in Erinnerung, dass die US-Wirtschaft noch einen steinigen Weg vor sich hat. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.483 und einem Tief von 12.385 Punkten. Er verabschiedete sich 0,2 Prozent höher bei 12.471 Punkten.

Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1295 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 2724 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent fester bei 6179 Zählern aus dem Handel.

In New York hatten nicht wenige Investoren schon Hoffnungen gehegt, dass sich die US-Börsen endlich aus den Fängen der Euro-Schuldenkrise befreien können. Doch die ersehnte Entkopplung scheint vorerst nicht ganz zu gelingen, da auch die heimische Konjunkturerholung nicht so glatt läuft wie erhofft. So fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet hoch aus und der Einzelhandel verdiente 2011 im wichtigen Weihnachtsgeschäft kaum mehr. Das Plus betrug lediglich 0,1 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter“, sagte Peter Boockvar von Miller Tabak & Co. „Aber wie wir heute gesehen haben, ist der Weg extrem holprig und könnte bei einer noch tieferen Rezession in Europa ganz heikel werden.“ Dabei sorgten Nachrichten aus Europa für Erleichterung: Die schuldengeplagten Euro-Staaten Italien und Spanien brachten Anleihen zu vergleichsweise günstigen Konditionen am Markt unter. „Die Auktionen liefen gut, die Durchschnittsrenditen in Italien und Spanien sind gefallen und das gibt dem Markt hier Auftrieb“, fasste Peter Cardillo von Rockwell Global Capital zusammen.

EZB-Präsident Mario Draghi bescheinigte der Wirtschaft der Euro-Zone Zeichen der Stabilisierung. Er warnte aber zugleich, dass die andauernden Spannungen an den Finanzmärkten die Konjunktur weiter dämpfen werden. Zu den großen Verlierern an der Wall Street gehörte Chevron. Die Aktien gaben 2,6 Prozent nach. Der zweitgrößte Ölkonzern der USA hatte zuvor mitgeteilt, dass der Gewinn im vierten Quartal deutlich unter dem Ergebnis des Vorquartals liegen werde. Die Aktien des Rivalen Exxon verloren im Chevron-Sog rund 0,4 Prozent.

Mehr als fünf Prozent aufwärts ging es dagegen für den BlackBerry-Hersteller Research in Motion . Am Markt wurde spekuliert, dass das bei den Smartphones ins Hintertreffen geratene Unternehmen Goldman-Sachs-Berater mit Strategiesondierungen beauftragt hat. Seit längerem machen Gerüchte die Runde, RIM sei angesichts seines schwindenden Marktwertes zum Übernahmeziel geworden. RIM-Papiere wurden in New York 5,3 Prozent höher bei 16,44 Dollar gehandelt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 769 Millionen Aktien den Besitzer. 1820 Werte legten zu, 1147 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1524 Titel im Plus, 957 im Minus und 126 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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