US-Börsen
Arbeitsmarkt beschert Wall Street deutliche Verluste

Der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschte auf ganzer Linie. Ein herber Rückschlag, der auch die US-Börsen trifft. Es hagelt Verluste. Und selbst von Google gibt es schlechte Nachrichten.
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New York / USAEine herbe Enttäuschung über die lahme Entwicklung am US-Arbeitsmarkt hat am Freitag zu deutlichen Verlusten an der Wall Street geführt. Ein äußerst geringer Stellenaufbau versetzte der Hoffnung einen Stich, dass die amerikanische Wirtschaft zuletzt wieder an Schwung gewonnen haben könnte. Der Schrecken der Anleger war umso größer, weil erst am Donnerstag eine Umfrage zahlreiche neue Jobs signalisiert hatte.

Außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juni in den USA unter dem Strich insgesamt nur 18.000 Stellen geschaffen. Von Reuters befragte Analysten hatten für Juni ein Plus von 90.000 erwartet. „Die Zahlen unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet. Von einer spürbaren Belebung am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein“, schrieb Helaba-Analystin Viola Stork in einem Kommentar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent schwächer bei 12.657 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.567 und 12.717 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1343 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 2859 Stellen ein. Im Wochenvergleich legte der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent zu, der S&P-Index 0,3 Prozent und die Nasdaq 1,6 Prozent. In Frankfurt beendete der Dax den Handel mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 7402 Punkten.

Neben den Arbeitsmarktdaten schauten Marktteilnehmer gespannt auf die Entwicklung des Schuldenstreits in den USA. Präsident Barack Obama hatte in einem Spitzengespräch mit den Parteispitzen betont, er werde keiner kurzfristigen Ausweitung der Schuldengrenze zustimmen. Die Verhandlungspartner wollen auch am Wochenende versuchen, eine Lösung zu finden.

Unternehmensnachrichten waren am Freitag rar gesät. Lediglich Google stand nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley im Fokus. Die Aktie gab rund drei Prozent nach. Nach Einschätzung von Morgan Stanley werden die ehrgeizigen Expansionspläne des Konzerns einen beträchtlichen Teil der bislang sprudelnden Gewinne aufzehren. Zudem meldete Morgan Stanley Zweifel an, ob Googles neuere Geschäftszweige wie DoubleClick, Android Market und YouTube wirklich einen nennenswerten Beitrag zum Umsatz des Konzerns liefern können. Eine Kooperation mit Google machten dagegen die Titel von Local.com zu einem der wenigen Gewinner des Tages: Die Titel der auf lokale Ergebnisse spezialisierten Suchmaschine schossen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.

Von den schwachen Arbeitsmarktdaten waren direkt die Titel der Online-Arbeitsagentur Monster Worldwide betroffen, die rund drei Prozent ihres Wertes einbüßten. Auch viele Banktitel gehörten zu den Verlierern - so rutschten die Aktien der Bank of America um mehr als zwei Prozent ab. Die Papiere von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp fielen um fast vier Prozent. Das Unternehmen kämpft mit einem Abhörskandal in England und möglichen Schwierigkeiten bei der Übernahme des britischen Satellitensenders BSkyB.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 880 Werte legten zu, 2075 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden Aktien 843 im Plus, 1722 im Minus und 102 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ACH
    Auch das habe ich gelesen. Ich wünsche den Amerikanern, dass Buffet recht hat. Doch ich fürchte, die Welt hat sich verändert, und Geschichte der nächsten Dekade wird seinen Optimismus widerlegen. Die USA zehren schon zu lange von der Substanz.

  • Kauf doch Gold, dann liegst du richtig. Aber nur wen du den notwendigen gehebelten Mut hast. Hast du den?

  • Fein! Und nun, husch husch in die Heia! Schlaf gut, shorty.

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