US-Börsen
Die Luft wird dünner für den S&P

Nach dem Allzeithoch des wichtigen Marktbarometers S&P stellt sich bei US-Börsianern die Angst vor einem Rücksetzer ein. Experten rechnen mit Verlusten - und das nicht nur, weil Zypern weiter für Ärger sorgen könnte.
  • 18

New York Auf dem Gipfel wird die Luft dünn - das gilt im übertragenen Sinn auch für die Wall Street. Dort kletterte das wichtige Marktbarometer S&P-500 nach einer zehnprozentigen Kursrally im ersten Quartal auf den höchsten Schlussstand seiner Geschichte. Nun könnte aber, so fürchten Aktienexperten, der Aufschwung zunächst einmal zu Ende sein. "Als die Märkte hinzugewonnen haben, wurden die Aufschläge kleiner", sagt Mark Arbeter, technischer Stratege von Standard & Poor's in New York. Das deute darauf hin, dass der Auftrieb nachlasse und nun ein Rücksetzer komme. Die Kurse könnten um drei bis vier Prozent nachgeben, prognostiziert Arbeter.

Der S&P-500 ging am Donnerstag mit 1569,19 Punkten aus dem Handel - ein Allzeithoch. Der vorherige Schlussrekord datierte von Oktober 2007. Der Spitzenstand im Handelsverlauf liegt bei 1576,09 Punkten. Der Dow-Jones-Index hatte bereits Anfang März mit 14.578,54 Stellen sein bislang höchstes Schlussniveau erreicht. Die US-Börsen blieben am Karfreitag geschlossen und starten - anders als der deutsche Aktienmarkt - bereits am Ostermontag wieder mit dem Handel.

Im Fokus der Investoren dürfte der Arbeitsmarktbericht für März stehen, der am Freitag veröffentlicht wird. Auch wenn dieser sehr positiv ausfiele, könnte dies für Druck auf die Aktien sorgen. Denn eine starke Erholung der Beschäftigungslage könnte die US-Notenbank (Fed) dazu veranlassen, künftig wieder die Zügel anzuziehen. "Manche werden fürchten, dass wenn die Dinge sich zu dramatisch, zu schnell verbessern, die Fed ihren Fuß vom Gaspedal der geldpolitischen Lockerungen nehmen wird", erläutert Kristina Hooper von Allianz Global Investors. Damit würde dem Aktienmarkt dann eine wichtige Stütze wegbrechen.

Auch die Entwicklung in Zypern dürften die Anleger an der Wall Street weiter genau verfolgen. Erleichterung verspricht zwar der Umstand, dass der befürchtete Ansturm der Sparer nach Wiedereröffnung der Banken ausgeblieben ist. Aber die Regierung in Nikosia will ihre Kapitalverkehrsbeschränkungen länger aufrechterhalten als erwartet. Das Zypern-Problem könnte noch für einigen Ärger sorgen, sagt Investmentmanager Rex Macey von Wilmington Trust.

Kommentare zu "Die Luft wird dünner für den S&P"

Alle Kommentare
  • Die These, dass 99 % der Börsenteilnehmer verlieren, finde ich interessant. Ich denke, dass es nicht ganz so krass ist, aber wohl mehr als 75 %.

    Woran liegts? Ein falsches Konzept, zu wenig (spezifische) Bildung/Ahnung, zu viel Gier. Mir soll es recht sein. Ich denke, man profitiert an der Börse in der Hauptsache von den Irrtümern anderer.

    Auf der anderen Seite, bei welcher Geldanlage verlieren die Anleger nicht? Der Prozentsatz der Verlierer dürfte jeweils mindestens gleich, wenn nicht sogar größer sein.

    Ich lasse mir gerne sinnvolle Alternativen zur Börse vorschlagen.

  • @sirutzi889

    Ich denke, dass ein konstruktiver Dialog die einzige Chance ist, eine Einstellung oder Standpunkt zu diskutieren.

    Provokation oder wie hier leider manchmal in Kommentaren auch vorkommende Beleidigungen bringen niemanden weiter.

    Ich habe mich bereits aus dem aktiven Arbeitsleben verabschiedet und betreibe nun mein "Aktiengeschäft" quasi als Hobby. Ich bin aber weder ein ehemaliger Banker noch sonstwie mit der Finanzbranche verbandelt und möchte dies auch nicht sein. Mein Depot ist volatil, wird regelmäßig umgeschichtet, international ausgerichtet und teilweise strikt mit Kauf- und Verkauflimits (beispielsweise 5% Gewinn = Verkauf, kurzer Rückgang = Widereinstieg und das Spiel beginnt von Neuem). Das investierte Geld ist "über". Die Höhe des investierten Kapitals ist eigentlich nebensächlich, da die prozentuale Veränderung des Depots über Gewinn und Verlust entscheidet. Nur soviel, Volumina von 1000er Aktienpaketen machen eine Kapitalvermehrung wesentlich effektiver. Wenn man mit der Volatilität ruhig schlafen kann, dann ist das ganz ok. Jemandem der seinen Kapitalstock mit Aktien erst aufbaut, würde ich diese Strategie NICHT unbedingt zur Nachahmung empfehlen. Da verbrennt man sich zu leicht die Finger und wendet sich dann zu Unrecht von Aktieninvestments ab. Banken wird´s dann freuen, da sie mit den Spareinlagen ihrer Kunden zocken können.

    Ich bin der Auffassung, dass Aktien für die spätere Altersabsicherung ein wichtiges zusätzliches Standbein bilden werden.

  • GENAUSO ist es. Danke für die prägnante Unterstützung! Schöne Ostern...Es gab in diesen Tagen einen Lottogewinner in Deutschland. Der seine 21Mio. EUR erst einmal zwei Wochen verdaute, darüber schlief. Dann erst zum Lottoladen innerhalb der hier gesetzten 13 Wochen ging. SOLCHE Leute können mit Geld umgehen. Sie prahlen nicht über kleine Gewinne und tun sie das, sind die Gewinne nach langer Zeit erstmals wieder dreistellig, dann aber wie Sie sagen: rasch realisieren.

  • Danke "AktienBULLE" - Sie sind ein Bulle an seltener Freundlichkeit und Souveränität, das muss man Ihnen lassen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf z.B. 100T-EUR Einsatz nun 51.000 EUR Gewinn realisieren konnten. Dann aber frage ich mich, warum Sie nicht bei einem Vermögensverwalter Deutschlands sitzen, wo "versteckte" (nichts laut weitersagen!...) Gebühren Sie noch reicher machen würden. Mit der Aussicht auf zypriotische Maßnahmen/Fussfesseln ala Kontenräumung, weshalb die EU ja dazu aufrief, dass die restlichen 30 Mio. EU-Bürger, die noch kein digitales Konto haben, es UNBEDINGT einrichten müssten, weil man auch den Papiergeldverkehr offline stellen wolle etwa an Barzahlgeschäften im Alltag, ja vor diesem Hintergrund bei nüchterner Betrachtung eher sinnlose Energieverschwendung. ODER: man wandert aus der darniedergehenden EU aus...Sind Sie nicht "daytrader" der so beleidigt abzog vor 4 Jahren...Wäre lustig gewesen...Aber er war auch nicht so zuvorkommend wie Sie..Falls Sie zuviel haben, können Sie sicherlich Schäuble helfen, es soll solche Konten für freiwillige Spenden geben zum Allgemeinwohl, das widerrum diese Gewinne ermöglicht mit seiner Infrastruktur...Frohes Osterfest und weiterhin viel Erfolg!

  • "Lasst doch die Finger von den Aktien, wenn ihr damit nicht umgehen könnt. Haltet aber auch den Neid am Zügel gegenüber denen, die damit ordentlich Geld machen". - Wie "ordentlich" wohl das sein mag, kann umstritten sein. Wenn es wirklich ORDENTLICH wäre, müßte man sich nicht auf einem so niederen Forum austrompeten sondern würde sich absetzen aus der EU - erst RECHT. Ich kenne einen belgischen Rothschild - die leben seit Dekaden von Dividenden aus Total und anderen ständig gebrauchten Gütern. Und: schweigen wie die Lämmer...

  • @CaptainChaos: "Investmentgesellschaften, Pensionsfonds, Vermögensverwalter etc. können ihre Aktienquote gar nicht auf Null zurückfahren. Und warum sollten sie?" - Professionell sind SIE in jedem Fall: NICHT. Denn die von Ihnen genannten Einheiten sind perse, per Credum ihrer Anlageobjekte GEZWUNGEN, in Fonds etc zu investieren. Befassen Sie sich mal mit der Fondsklasse: ein Aktienfonds darf nur 10 Prozent auf EINEN Wert des gesamten Fondsvermögens setzen; in Jahren wenig Fondsvermögen steigt der eigene Depotwert noch fair zum steigenden Fondswert, das verwässert sich zusehends in meist hohen vesteckten Gebühren. Die Aussteiger waren u.a. DaimlerChef mit 12 Mio. Gewinn wenn ich richtig erinnere in Dez 12, dann Google Eigner. Das sind die Professionellen, die einsteigen, wenn die meisten zittern! Die Fonds zittern doch auch nur mit bis Ruhe einkehrt und wollen dann noch schnell was nicht mehr erreichbar ist. Die leiden doch auch, wenn die Kleinen zittern und verkaufen - DAS sind nicht die Professionellen. Außerdem kommt der Hochfrequenzhandel dazu, der das Ganze für die privaten Anleger nur im spekulativen oder langfristig mit Nestle, Coca-Cola etc im grünen möglich sein lässt. Schöne Ostern noch!

  • Weisheit des Tages:

    www.youtube.com/watch?v=5KT2BJzAwbU

  • @sirutzi889

    Zitat "Die Professionellen sind längst Ende 2012 heraus;..."

    So einen Murks habe ich ja selten gelesen. Wer sind denn für Sie die "Professionellen"?

    Investmentgesellschaften, Pensionsfonds, Vermögensverwalter etc. können ihre Aktienquote gar nicht auf Null zurückfahren. Und warum sollten sie?

    Trader und kurzfristige Spekulanten gehen im Sekunden-/Minutenhandel rein und wieder raus.

    Also, wer sind diese Profis?

  • »Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?« (Markus 8,36)

  • @aktienbulle
    Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolg mit Wertpapiergeschäften.
    Das Problem ist aber, dass es an der Boerse womöglich nur 1% Gewinner und 99% Verlierer gibt. Der Durchschnittsbürger versteht nichts von den Feinheiten und Tricks des Wertpapierspiels. Daher, es ist besser wenn sie die Finger davon lassen würden. Der 1% kann dann die Gewinne unter sich ausmachen. Würde das funktionieren? Wohl kaum. Ohne die Dummen, woher sollen die Gewinne kommen?

Serviceangebote