US-Börsen
Dow Jones rettet Gewinne ins Ziel

Die Sorgen um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands hat erst den Euro-Kurs gedrückt und dann die US-Börsen belastet. Zuvor war bereits der Dax im Minus gelandet. Und dann sind da noch die Ratingagenturen.
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New YorkDie Schuldenkrise in Griechenland spitzt sich zu und dämpft die Stimmung an den Börsen deutlich. Nachdem eine Erholung an den Rohstoffmärkten der Wall Street ins Plus verholfen hatte, hielten sich die Gewinne in Grenzen, weil Sorgen um die Zahlungsfähigkeit des hoch verschuldeten Griechenland den Euro-Kurs drückten. Weiteres Öl ins Feuer goss die Ratingagentur Standard & Poor's, die ihre Bonitätsnote für Griechenland weiter herabstufte.

Standard & Poor's stufte die Bonität griechischer Anleihen herunter auf „B“ und zementierte damit den Ramsch-Status der Papiere. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, will auch Fitch Griechenland weiter herunterstufen. Die Agentur wollte sich dazu nicht äußern. Moody's gab bekannt, ihr Rating zu überprüfen und schloss eine mehrstufige Senkung der Kreditwürdigkeit nicht aus.

Der stärkere Dollar machte wiederum einen Großteil der Kursgewinne bei den Rohstoff-Werten zunichte und dämpfte die Risikobereitschaft der Anleger.

Die Erholung an den Rohstoffmärkten hat den US-Aktienbörsen am Montag ins Plus verholfen. Die Gewinne hielten sich allerdings in Grenzen, weil nach Einschätzung von Händlern viele Marktteilnehmer nicht an eine dauerhafte Rally glaubten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent fester bei 12.684 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.620 und 12.722 Zählern.

Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,5 Prozent auf 1346 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 2843 Punkte. In Frankfurt veranlasste die Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands die Anleger zu Verkäufen: Der Dax rutschte um 1,1 Prozent auf 7410 Punkte ab.

In den USA behielten dagegen die Bullen die Oberhand. „Der Anstieg hängt größtenteils an der Erholung bei Rohstoffen“, sagte Marktökonom Peter Cardillo von Avalon Partners. Der Reuters/Jefferies-Rohstoff-Index legte zwei Prozent zu, der S&P-Energie-Index 1,6 Prozent. An den Rohstoffmärkten erholte sich der Ölpreis wieder etwas von seinem drastischen Rückgang in der vergangenen Woche.

Die Preise für Kupfer und Gold legten ebenfalls zu. Nach Einschätzung von Cardillo besteht in einem massiven Kursrutsch des Euro die größte Bedrohung für den US-Aktienmarkt.

Nach der erneuten Herabstufung der griechischen Bonität durch Standard & Poor's (S&P) geriet der Euro unter Druck: Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf rund 1,43 Dollar, nachdem sie vor Bekanntgabe des Schrittes um 1,44 Dollar notierte hatte. „Die Nachfrage bei den Rohstoffen wurde bereits durch die höheren Preise gedämpft, und der Dollar macht Rohstoffe nun noch teurer“, sagte Analyst Shawn Hackett.

Bei den Einzelwerten stachen die Aktien des Börsenschwergewichts Citigroup hervor, die 2,3 Prozent an Wert verloren. Die US-Bank hatte zuvor bekanntgegeben, die Zahl seiner Aktien zu verringern und jeweils zehn Anteilsscheine zu einem zusammenzulegen. Dagegen zogen McDonald's-Aktien knapp ein Prozent an. Die Schnellrestaurantkette gab einen Umsatzanstieg für April bekannt.

Die Papiere des Autovermieters Dollar Thrifty Automotive Group legten knapp 14 Prozent zu, nachdem der Konkurrent Hertz Global sein Übernahmeangebot für den kleineren Rivalen auf 2,1 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt hatte. Hertz-Aktien gaben rund ein Prozent nach. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,78 Milliarden Aktien den Besitzer. 2099 Werte legten zu, 908 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 1710 im Plus, 895 im Minus und 108 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ganz besonders Frankreich und Luxemburg werden ihre Wunden lecken muessen. Nicht ohne Grund setzt sich der Luxemburger, Jean-Claude Juncker, fuer ein unendliches Bail-out von Griechenland ein. Franzoesische und luxemburgische Banken haben weitaus am meisten zu verlieren.

  • den Märkten ist Griechenland sowas von egal.
    Mal sehn was Europa dazu sagt: viele Europäer sind ja für Kopf ab auf allen Märkten.
    Das ist das neue Subproletariat: Finanzexperten, die ihre Steinzeit samit ihren Drecksmanieren zur conditio sine qua non erklären wollen.
    Dagegen waren Werftarbeiter und Steiger geradzu Fürsten.


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