US-Börsen nach Anfangsverlusten im Plus
Wall Street bleibt besonnen

Die Anleger an der Wall Street haben sich am Donnerstag schnell vom Schock durch die Anschläge in London erholt. Nach anfänglichen Verlusten drehten die US-Börsen zum Schluss sogar ins Plus. Etwas Unterstützung gab es dabei auch durch die etwas niedrigeren Ölpreise.

HB NEW YORK. Der Dow Jones Index der Standardwerte verließ den Handel 0,31 % höher mit 10 302 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10 310 und einem Tief von 10 175 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,25 % auf 1198 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,34 % auf 2076 Stellen vor.

"Ich denke, man sollte vorsichtig mit Vergleichen mit dem 11. September 2001 sein. Die Zahl der Opfer war viel niedriger und ihre Finanzmärkte waren nicht betroffen, wie unsere damals", sagte Neil Massa von John Hancock Funds in Boston. Jay Suskind von Ryan, Beck & Co kommentierte die Entwicklung im frühen Handel mit den Worten: "Wegen der Emotionen hat jeder befürchtet, dass es großen Verlusten kommt". Wegen der Zeitdifferenz von mehreren Stunden bis zur Eröffnung der Märkte und der großen Entfernung seien die Auswirkungen auf die Wall Street aber mäßig ausgefallen, fügte er hinzu. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft davon in irgend einer Weise betroffen sein wird", erklärte Todd Clark von Wells Fargo Securities die Erholung der US-Börsen. Bei einer Serie von Anschlägen wurden in London mindestens 37 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Durch die Anschläge in London wurden zunächst vor allem Werte von Fluggesellschaften, Versicherern und Hotels in Mitleidenschaft gezogen. Sie erholten sich jedoch überwiegend im Geschäftsverlauf. Aktien von Sicherheitsdienstleistern erfreuten sich lebhafter Nachfrage.

Weil sie Forderungen zur Schadensregulierung befürchteten, verkauften die Anleger Papiere des weltgrößten Versicherers American International. Damit drückten sie den Kurs zunächst massiv bis auf 58,52 Dollar. Im Verlauf erholten sich die Titel auf 59,27 Dollar und notierten so mit gut 0,2 % im Plus.

Dagegen litten die Aktien der Fluggesellschaft Delta Air Lines stärker unter den Schock nach den Anschlägen. Nach anfänglichen Einbußen von fast fünf Prozent wurden die Papiere zuletzt mit 3,38 Dollar noch immer um knapp 2,9 % niedriger angeschrieben. Auch die Titel der Hotelkette Marriott verkauften die Investoren. Der Kurs fiel dadurch um fast 0,4 % auf 68,59 Dollar.

Gefragt waren dagegen Einzelhandelswerte, nachdem die Unternehmen im Juni von den höchsten monatlichen Umsätzen seit März 2004 berichtet hatten. Dabei gewannen die Titel der weltgrößten Baumarktkette Home Depot knapp 0,3 % auf 39,36 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Mrd. Aktien den Besitzer. 1778 Werte legten zu, 1474 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,61 Mrd. Aktien 1526 im Plus, 1482 im Minus und 162 unverändert. An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 5/32 auf 100-18/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,053 %. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs um 11/32 auf 116-13/32 Punkte zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,309 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%