US-Börsen
US-Anleger bekommen Muffensausen

Den ganzen Tag über lassen sich die US-Anleger von den Nachrichten nicht schrecken. Doch zum Börsenschluss gewinnen Zukunftssorgen die Oberhand. Nach deutlichem Plus im Tagesverlauf schrumpfen die Gewinne arg zusammen.
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New YorkVor einer mit Spannung erwarteten Erklärung der US-Notenbank über den weiteren Kurs der Geldpolitik haben sich Anleger an der Wall Street am Dienstag vorsichtig verhalten. Nach deutlichen Gewinnen im Tagesverlauf stand beim Dow Jones am Ende nur noch ein kleines Plus, während S&P 500 und Nasdaq im Minus schlossen.

Die Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke beraten noch bis Mittwoch. Am Abend (20.15 MESZ) wird dann mit einer Erklärung gerechnet. Experten rechnen damit, dass die Notenbank diesmal aber nur ihre Wertpapiere neu sortiert. Demnach soll der Schwerpunkt auf länger laufende Anleihen gelegen und gleichzeitig die langfristigen Zinsen gedrückt werden. Die Herabstufung der Bonitätsnote Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's ließ Anleger in den USA wie in Europa weitgehend kalt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von knapp 0,1 Prozent auf 11.408 Punkte. Er pendelte zwischen den Marken von 11.373 und 11.550. Beim breiter gefassten S&P betrug das Minus 0,2 Prozent auf 1202 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,9 Prozent auf 2590 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax um 2,9 Prozent fester bei 5571 Punkten.

Im Tagesverlauf konnte auch eine pessimistische Einschätzung der Weltwirtschaft durch den Internationalen Währungsfonds die Stimmung an der Wall Street nicht drücken. Der Fonds sieht die Weltwirtschaft in einer gefährlichen neuen Phase. Es drohe das Risiko einer länger andauernden Wachstumsschwäche in den Industrieländern, erklärte der IWF in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick.

Auch vom US-Immobilienmarkt kamen aus Sicht von Investoren keine guten Nachrichten: Die Zahl der begonnenen Wohnungsbauten lag im August unter den Erwartungen.

Bei den Einzelwerten standen Papiere von Apple im Interesse der Investoren. Die Aktie konnte im Handelsverlauf den Rekordwert von 422 Dollar knacken. Wedbush Securities empfahl die Aktie zum Kauf und hob das Kursziel um 20 Dollar auf 530 Dollar. Die Analysten begründeten ihre Empfehlung mit einer ungebrochenen Nachfrage nach dem Smartphone iPhone 4 und der dominanten Stellung auf dem Markt für Tablet-PCs, den Apple mit dem iPad innehabe. Der ungelöste Rechtsstreit mit Samsung konnte das Interesse nicht bremsen. Am Ende schloss die Aktie bei 413,45 Dollar, was einem Plus von 0,4 Prozent entspricht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 930 Millionen Aktien den Besitzer. 1099 Werte legten zu, 1891 gaben nach, und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 702 im Plus, 1823 im Minus und 111 unverändert.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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  • Na ja, vielleicht spricht sich ja das nun doch langsam rum, was sich ein paar Steinwurf entfernt von der Wallstreet abspielt:
    http://weisser-elefant.blogspot.com/2011/09/occupy-wallstreet-in-new-york-wachst.html

  • Die Massenlemminge sind halt noch geblendet und das dauert halt aufgrund deren biologischen Ursprungs noch etwas an.

    Die Evolution ist halt einfach nicht so schnell wie die gesellschaftlichen Veränderungen und manche wissen das gut auszunutzen.

  • Wenn das Licht ausgeht, wir auch Apple runzlig.

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