US-Börsen verbuchen Verluste
Wall Street im Bann der Zins-Spekulationen

Spekulationen über die Zinsentscheidung der US-Notenbank und Sorgen über die weitere Entwicklung im Irak haben die Wall Street am Montag belastet. Die US-Börsen schlossen daher im Minus.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,43 % niedriger mit rund 10 371 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,41 % auf etwa 1130 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,62 % auf rund 1974 Zähler.

„Der Markt konzentriert sich auf den 30. Juni mit der Zinsentscheidung der Fed und der Machtübergabe im Irak. Deshalb gibt keinen wirklichen Impuls für die Anleger, sich übermäßig zu engagieren“, sagte Bob Harrington von der UBS Investment Bank. Viele Anleger befürchten, es könne zu einer Eskalation der Gewalt im Irak kommen, bis die USA am 30. Juni die Macht an die irakische Übergangsregierung übergeben.

„Der Markt ist gefangen zwischen fabelhaften Fundamentaldaten, starken Firmengewinnen, starkem Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum auf der einen und der Ungewissheit über die Zinsentscheidung der Fed auf der anderen Seite“, sagte Milton Ezrati von Lord Abbett & Co. Viele Anleger wagen Händlern zufolge nicht, größere Engagements vor dem Treffen des für die Geldpolitik der Fed verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) einzugehen. Das Gremium soll am 29. und 30. Juni über die künftige Richtung der US-Notenbankpolitik beschließen. Viele Volkswirte rechnen mit einer Erhöhung des als Schlüsselzins der Fed geltenden Zielsatzes für Tagesgeld um 25 Basispunkte. Dieser liegt derzeit mit 1,00 % auf dem niedrigsten Niveau seit 1958.

Börsianern zufolge gibt es aber auch Spekulationen, die Fed werde die Zinsen bei ihrem Treffen nächste Woche noch unverändert lassen. Fed-Chef Alan Greenspan hatte in der vergangenen Woche gesagt, die lockere Geldpolitik werde in den nächsten Quartalen wahrscheinlich maßvoll beendet.

Alan Greenspan hat bereits den Eid für eine fünfte Amtszeit als Chairman der US-Notenbank Federal Reserve abgelegt. Wie die Fed am Montag mitteilte, fand die Prozedur am Samstagabend im Haus des ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford im Bundesstaat Colorado statt. Vizepräsident Dick Cheney habe Greenspan den Eid abgenommen, unter den Zeugen seien Greenspans Frau Andrea Mitchell sowie Gerald Ford und dessen Frau Betty gewesen, teilte die Fed weiter mit.

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