US-Börsen
Wall Street legt zu - Gold-Future über 1500 Dollar

Selbst gute Bilanzen amerikanischer Konzerne konnten den Negativtrend brechen. Der Schock über die Verschuldung der USA war nur im frühen Handel noch spürbar. Am Ende gab es grüne Vorzeichen.
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Die Wall Street hat sich am Dienstag von dem Schock der Schulden-Warnung an die USA erholt. Alle drei Leitindizes legten zu. Im Fokus der Anleger standen insbesondere Geschäftszahlen. Hier sorgte der Pharmakonzern Johnson & Johnson für Freude, während die Bank Goldman Sachs mit ihrem Bericht ihre Aktie auf Talfahrt schickte. Nach Börsenschluss wurden die Quartalszahlen von Intel, IBM und Yahoo erwartet.

Die Sorgen um die Schuldenkrise in Europa und der Verschuldung der USA trieb den Future-Preis für Gold erstmals in der Geschichte auf einen Rekordwert von mehr als 1500 Dollar je Feinunze. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent fester mit 12.266 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 12.200 und 12.275 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S+P 500 legte 0,6 Prozent auf 1312 Stellen zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,4 Prozent auf 2744 Zähler. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent fester mit 7039 Punkten

Auch aktuelle Konjunkturdaten stützten die Kurse.Die Lage am US-Immobilienmarkt verbesserte sich im März unerwartet deutlich. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg hochgerechnet um 7,2 Prozent auf 549.000, erwartet worden waren nur 540.000. Zudem wurde die Zahl für deutlich nach oben revidiert. Zum Schrecken der Anleger rund um den Globus hatte die Ratingagentur Standard + Poor's am Montag den USA mit einer Senkung der Bonitätsnote gedroht.

Am Dienstag lag der Fokus dagegen auf Geschäftszahlen, vor allen auf denen von Goldman Sachs. Zwar kam der Bank der schleppende Anleihehandel und die Rückzahlung einer Finanzspritze an Star-Anleger Warren Buffett teuer zu stehen, so dass der Gewinn nach Anteilen Dritter um 72 Prozent schmolz. Branchenexperten hatten sich jedoch auf einen noch deutlicheren Gewinneinbruch eingestellt. Deshalb zogen die Aktien von Goldman Sachs zunächst um 1,5 Prozent an. Später lag das Augenmerk allerdings stärker auf dem skeptischen Ausblick. Die Titel drehten ins Minus und schlossen 1,2 Prozent tiefer.

Der Pharmariese Johnson + Johnson legte dagegen nicht nur gute Geschäftszahlen vor, sondern auch eine zuversichtliche Geschäftsprognose. Die Börse honorierte dies mit einem Kursanstieg von 3,7 Prozent. Auf mehreren US-Firmen lasten weiter die Folgen der Japan-Krise. Zu den Verlierern gehörten entsprechend die Titel von Texas Instruments: Der Chip-Konzern wird nach eigenen Angaben noch monatelang mit Lieferengpässen in Folge des Erdbebens in Japan zu kämpfen haben, was den Umsatz belastet. Deshalb büßten die Aktien des Konzerns 0,7 Prozent ein.

Auch Harley-Davidson musste wegen Problemen mit der Lieferkette seinen Ausblick für die Auslieferung senken. Die Titel des Motorrad-Herstellers fielen um 5,3 Prozent. „Die Investoren konzentrieren sich jetzt völlig auf die Bilanzen und den Ausblick - derzeit dreht sich alles um die Prognosen“, sagte Fred Dickson von D.A. Davidson + Co zu der Situation am Markt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 850 Millionen Aktien den Besitzer. 2006 Werte legten zu, 980 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,68 Milliarden Aktien 1304 im Plus, 1278 im Minus und 128 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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