US-Börsen
Wall Street schließt tiefrot

Die US-Indizes an der Wall Street liefen zum Handelsschluss tief im Minus. Für Verunsicherung auf dem Parkett sorgten Berichte, die US-Notenbank fürchte ein Übergreifen der Schuldenkrise auf das US-Bankensystem.
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New York Die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise auf die USA sowie vor einer neuen Rezession hat der Wall Street am Donnerstag herbe Verluste eingebrockt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stürzte bis zum Schluss um 3,7 Prozent auf 10.990 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 4,5 Prozent auf 1140 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 5,2 Prozent auf 2380 Punkte.

Für Verunsicherung auf dem Parkett sorgten Berichte, die US-Notenbank fürchte ein Übergreifen der Schuldenkrise auf das US-Bankensystem. Extrem schwache Konjunkturdaten jagten den Anlegern einen zusätzlichen Schrecken ein. Die Verunsicherung der Anleger sorgte auch für einen Einbruch beim Deutschen Aktienindex Dax , der fast sechs Prozent schwächer bei 5602 Punkten aus dem Handel ging.

Die Verkaufswelle habe ihren Ursprung im europäischen Bankensystem, sagte Jack de Gan von Harbor Advisory Corp. Sie spiegele Sorgen wider, dass viele Banken erneut gerettet werden müssten. „Und wenn es Stress bei großen europäischen Banken gibt, trifft das auch die US-Banken.“

Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, die US-Zentralbank nehme bereits Ableger europäischer Geldinstitute genauer unter die Lupe. US-Investoren trauten Geldinstituten jenseits des Atlantiks wegen der Euro-Schuldenkrise nicht mehr über den Weg, hieß es weiter.

Bankenwerte gehörten deshalb an der Wall Street zu den größten Verlierern. Der KBW Bankindex büßte 5,6 Prozent ein, die Titel der Citigroup 6,3 Prozent und Morgan Stanley 4,8 Prozent. Auch an den europäischen Börsen hatten die Aktien von Banken kräftig Federn lassen müssen.

Bauchschmerzen bereitete den Anlegern zudem eine ganze Reihe schwacher Konjunkturdaten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten unerwartet stark zu, die Teuerung fiel höher aus als erwartet, Immobilienverkäufe gingen deutlich zurück und auch die Industrie erlebt offenbar eine neue Flaute.

Zu den größten Verlierern des Tages gehörten auch die Papiere von NetApp , die sich mehr als 14 Prozent verbilligten. Der Anbieter von Datenspeicher-Lösungen stellte zuletzt eine schwache Geschäftsentwicklung in Aussicht und begründete dies mit rückläufigen Ausgaben von Großkonzernen und Regierungen.

Die Aktien von Hewlett-Packard brachen um mehr als sechs Prozent ein. Das Unternehmen plant einen Radikalumbau, um seine Schwächephase zu überwinden. Zudem senkte der Konzern seinen Ausblick.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Milliarden Aktien den Besitzer. 173 Werte legten zu, 2896 gaben nach und 47 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,75 Milliarden Aktien 226 im Plus, 2348 im Minus und 49 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • $500Mio. ein "aussergewöhnlich hoher Betrag" ? Ich bitte Sie! Die Milliarde ist doch inzwischen die keE (=kleinste ernstzunehmende Einheit) und auch die wird inzwischen tendenziell mindestens in der 10er-Familienpackung genommen....

  • @Pendler
    der Short Seller freut sich solange es noch jemand gibt der long ist. Das könnte schon bald eng werden.

  • Die $500 Millionen sind laut CNBC Kommentar und EZB Pressemitteilung ein aussergewöhnlich hoher Betrag der aus der EZB Dollar-Anlage für nur eine Bank an einem Tag ausgezahlt wurde.

    Gibt es das da jetzt mehr Details? Welche Bank in Südeuropa?

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