US-Börsen
Wall Street spielt noch einmal den Oktober-Blues

An den US-Börsen wird auf den letzten Drücker noch mal der Oktober-Blues angestimmt: Belastet von Finanzwerten schließen die Märkte nach einer Berg- und Talfahrt zum Wochenausklang mit deutlichen Verlusten.
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HB NEW YORK. Schlechte Konjunkturdaten und die dadurch erneut geschürte Angst vor einer nicht nachhaltigen Wirtschaftserholung haben am Freitag die US-Börsen auf steile Talfahrt geschickt. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher schlug auf die Laune der Anleger, die am Vortag noch ein unerwartet deutliches Plus von 3,5 Prozent beim US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal bejubelt hatten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 9 712 Punkte. Das ist der größte Verlust der Börse an einem einzigen Tag seit Juli. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf 1 036 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,5 Prozent auf 2 045 Stellen.

Anleger machen Kasse

Vor allem die aktuellen Konjunkturdaten drückten am letzten Handelstag des Monats auf die Stimmung. Nach dem Auslaufen der staatlichen Abwrackprämie für Fahrzeuge schränkten die Konsumenten ihre Ausgaben im September zum ersten Mal seit fünf Monaten ein. Noch am Donnerstag hatte das überraschend große Wirtschaftswachstum im dritten Quartal den Markt beflügelt und für die größten Gewinne seit drei Monaten gesorgt. Nach den Aufschlägen des Vortages machten Anleger dann zum Wochenschluss Kasse. Zudem belastete ein Analystenkommentar zu möglichen milliardenschweren Abschreibungen bei der Citigroup.

Anfälliger Finanzsektor

Finanzwerte standen auf der Verliererliste, nachdem CNBC berichtete, der einflussreiche Analyst Mike Mayo rechne mit einer Zehn-Milliarden-Dollar Abschreibung bei der Citigroup. Die Citi-Papiere gingen um 5,1 Prozent zurück und Goldman-Sachs-Titel verzeichneten einen Abschlag von 4,7 Prozent. "Finanzwerte waren und sind weiterhin der Blitzableiter für den Aktienmarkt", sagte Analyst Ted Weisberg von Seaport Securities. Ihre Schwäche wirke sich auf den gesamten Markt aus.

Der Dow Jones sackte im Wochenvergleich sogar rund minus 2,6 Prozent ab, der marktbreite S&P-500-Index brach mit seiner Serie von sieben Monaten im grünen Bereich. Der S&P verlor auf Monatssicht 2,0 Prozent und der Nasdaq 3,6 Prozent.

Energiewerte auf den Verkaufslisten

Neben den Bankentiteln standen Unternehmen, die Bilanzdaten veröffentlicht hatten, im Mittelpunkt. Der US-Konzern Chevron hat den Ölpreisverfall mit einem Gewinneinbruch zu spüren bekommen. Unter dem Strich verdiente die Nummer zwei der US-Ölbranche im dritten Quartal 3,83 Mrd. Dollar und damit nur halb soviel wie im Vorjahr. Die Chevron-Aktie sank um 1,8 Prozent. Zu den Verlieren zählte auch das Papier des Rivalen Exxon Mobil, das 3,1 Prozent einbüßte.

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