US-Daten und Oracle-Umsätze belasten - SAP Schlusslicht
Dax geht schwächer ins Wochenende

Enttäuschende US-Konjunkturdaten und unerwartet schwache Lizenzumsätze des US-Software-Herstellers Oracle haben auch die deutschen Standardwerte zum Wochenausklang belastet und den Dax zeitweise unter die Marke von 3 500 Punkten gedrückt. Erheblich unter Druck geriet vor allem die SAP-Aktie.

Der Leitindex verlor bis Handelsende 1,65 Prozent auf 3 508,06 Punkte. Der MDax sank um 0,22 Prozent auf 4 095,40 Zähler, der TecDax um 0,94 Prozent auf 526,01 Zähler. Die US-Konjunkturdaten lösten eine Verkaufswelle aus, sagten Händler. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan im September ist überraschend gesunken. Außerdem waren auch die amerikanischen Einzelhandelsumsätze nicht so stark wie erhofft gestiegen.

Der US-Softwarekonzern Oracle hatte für das erste Quartal einen Einbruch der Lizenzumsätze gemeldet und Software-Titel weltweit auf Talfahrt geschickt. SAP-Aktien verloren als schwächster Dax-Titel 3,91 Prozent auf 113,03 Euro. Die Oracle-Aktie gab in New York 4,47 Prozent auf 12,40 Dollar ab. Zeitweise war sie bis auf 12,14 Euro gerutscht. Die Marktteilnehmer hatten insgesamt bei den Software- Unternehmen auf weiter anziehende Umsätze gehofft, sagte ein Analyst mit Blick auf die Kursverluste. Diese Hoffnung sei nun getrübt.

Spekulationen über eine Kapitalerhöhung bei der Münchener Rück drückten die Aktien des weltgrößten Rückversicherers um 2,71 Prozent auf 96,90 Euro. Allianz-Aktien sanken im Gefolge um 1,54 Prozent auf 83,00 Euro.

Gegen den Trend stemmten sich Tui. Hartnäckig halten sich vor der Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche Gerüchte, nach denen sich bei Tui die Eigentumsverhältnisse ändern könnten. Trotz ihres Dementis sind die ehemaligen Tchibo-Miteigner Günter und Daniela Herz als mögliche Käufer für den WestLB-Anteil an Tui von 31 Prozent im Gespräch. Am Dienstag tagt außerdem der Aufsichtsrat der Bank. Tui- Aktien stiegen als einer der Dax-Spitzentitel um 3,07 Prozent und kosteten 15,78 Euro.

Celanese-Aktien reagierten im MDax mit kräftigen Kursaufschlägen auf den Verkauf des verlustmachenden Acrylate-Geschäfts an die amerikanische Gesellschaft Dow Chemical. Analysten begrüßten das Geschäft, das den Celanese-Kurs im elektronischen Handel um 3,08 Prozent auf 28,42 Euro in die Höhe trieb. „Der Verkauf macht absolut Sinn, da der Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren überwiegend Verlust gemacht hat“, urteilte Analyst Harald Gruber von der WestLB.

Dem Rentenmarkt kamen die schwachen Börsen zugute. Der Bund Future gewann 0,9 Prozent auf 113,77 Punkte. Der REX fiel um 0,15 Prozent auf 117,43 Punkte. Die Umlaufrendite erholte sich wieder auf 3,97 (Donnerstag: 3,93) Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1172 (Donnerstag: 1,1217) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8951 (0,8915) Euro.

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