US-Marktbericht
Citigroup-Aktie reißt Dow in die Tiefe

Zwei Unternehmen beherrschten an diesem Tag die amerikanischen Aktienmärkte: Citigroup und FedEx. Citi, weil die Regierung den geplanten Aktienverkauf abblies; FedEx, weil es die Börsianer mit einer gestutzten Gewinnprognose für das laufende Quartal enttäuschte. Davon nicht unbeeindruckt schloss der Dow Jones deutlich im Minus.
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HB NEW YORK. Schlechte Nachrichten von der Citigroup und dem US-Paketdienstleister FedEx haben die US-Börsen am Donnerstag belastet. Die ehemals weltgrößte Bank erzielte bei ihrer Kapitalerhöhung einen so miserablen Preis, dass die Regierung den geplanten Verkauf von Citigroup-Aktien im Staatsbesitz abblies. FedEx enttäuschte die Börsianer mit einer gestutzten Gewinnprognose für das laufende Quartal. Auch ein unerwarteter Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche trübte die Stimmung. Zudem wirkte es sich Händlern zufolge negativ auf Exportwerte aus, dass der Optimismus der US-Notenbank dem Dollar einen Schub gab, während Griechenlands Finanznöte den Euro belasteten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent tiefer bei 10 308 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 10 307 und 10 440 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,2 Prozent nach auf 1 096 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte 1,2 Prozent auf 2 180 Stellen ab.

Viele Branchenexperten zeigten sich entsetzt über den Reinfall bei der Citigroup-Kapitalerhöhung. Die Aktien des Instituts stürzten um sieben Prozent ab. Die Citigroup brachte ihre Anteile bei der Kapitalerhöhung für 3,15 Dollar unter die Leute - ganze 20 Prozent unter dem Citi-Schlusskurs vom Freitag vor Ankündigung der Kapitalerhöhung. Der Preis war sogar so niedrig, dass die US-Regierung bei dem geplanten Verkauf von Citigroup-Anteilen im Wert von fünf Mrd. Dollar ein Verlustgeschäft verbucht hätte. Auch andere Bankentitel gerieten unter die Räder: Die einflussreiche Analystin Meredith Whitney rechnet bei Goldman Sachs und Morgan Stanley in den kommenden zwei Jahren mit weniger Gewinn. Goldman-Aktien verloren 2,5 Prozent, die Anteilsscheine von Morgan Stanley sackten sogar um vier Prozent ab.

Die FedEx-Aktie büßte sechs Prozent ein. Der Konzern lag trotz eines anziehenden Transportvolumens mit seiner Gewinnprognose für das laufende Quartal unter den Erwartungen des Marktes. Im abgelaufenen Vierteljahr brach der Überschuss um 30 Prozent und der Umsatz um zehn Prozent ein. Die Zahlen fachten zudem Sorgen um die US-Konjunktur an, weil das Geschäft von FedEx als gutes Barometer für die Gesamtkonjunktur gilt. Die Papiere des FedEx-Rivalen UPS gaben um 1,3 Prozent nach.

Bergauf ging es dagegen für die Anteilsscheine von Coca-Cola Enterprises, die 1,5 Prozent gewannen. Das größte Abfüllunternehmen von Coca-Cola hob seine Gewinnprognose für 2009 an und rechnet 2010 mit einer Steigerung des Profits im hohen einstelligen Prozentbereich.

Wenig überrascht zeigten sich Börsianer davon, dass der Bankenausschuss des Senats für eine zweite Amtszeit von Fed-Chef Ben Bernanke stimmte. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses erklärt, sie sehe die USA nach dem Ende der schwersten Rezession seit den 30er Jahren konjunkturell wieder leicht im Aufwind. In der vergangenen Woche allerdings stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet auf 480 000 von revidiert 473 000 in der Vorwoche. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Mrd. Aktien den Besitzer. 843 Werte legten zu, 2 203 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Mrd. Aktien 717 im Plus, 1 966 im Minus und 121 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen 99-03/32. Sie rentierten mit 3,484 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten auf 99-10/32 und hatten eine Rendite von 4,416 Prozent.

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