US-Marktbericht
Dow-Jones gibt leicht nach

Die Wall Street ist am Donnerstag von Hoffnungen auf eine Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen in den USA angesichts schwacher Konjunkturdaten unterstützt worden. Der Dow-Jones-Index gab nur leicht um 0,21 Prozent nach und ging mit 10 460 Punkten aus dem Markt.

HB NEW YORK. Händlern zufolge trübten aber weiterhin Sorgen über die verheerenden Folgen des Hurrikans "Katrina" und der hohen Energiepreise die Stimmung auf dem Börsenparkett. Im Geschäftsverlauf hatte der Dow-Jones-Index zwischen 10 514 und 10 426 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 legte dagegen 0,1 Prozent auf 1222 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,19 Prozent auf 2148 Stellen ab.

"Die Konjunkturdaten heute waren schrecklich", sagte Barry Ritholtz von der Maxim Group. Die Investoren schlössen aber daraus, dass die Notenbank Fed vielleicht die Zinserhöhungen beenden werde. Auch Michael Malone von S.G. Cowen ging davon aus, dass die Währungshüter bei eindeutigen Belegen für eine Verlangsamung des US-Wachstums den Zinserhöhungsprozess stoppen würden. Ray Rund von ShakerInvestments fügte hinzu: "Der Hurrikan und seine Auswirkungen auf die Ölpreise könnten die Fed letztlich überzeugen, langsamer vorzugehen. Die Aktien haben bisher traditionell von einer Pause bei den Zinserhöhungen profitiert".

Die Fed hatte den Leitzins am 9. August zum zehnten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf nunmehr 3,50 Prozent erhöht und weitere Anhebungen signalisiert. Höhere Zinsen verteuern für Unternehmen und Verbraucher die Kreditbeschaffung und belasten deshalb üblicherweise die Börse.

Für schlechte Stimmung auf dem Börsenparkett sorgten Händlern zufolge nach bereits schwachen Daten am Vortag ein überraschend starker Rückgang des Konjunkturindex des Institute for Supply Management (ISM). Analysten rechneten zudem damit, dass der Hurrikan "Katrina" zu einer weiteren Verlangsamung der wirtschaftlichen Expansion beitragen werde. Für Enttäuschung habe auch der Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gesorgt, sagten Händler sowie die Tatsache, dass die Verbraucher zwar mehr ausgegeben, dafür aber offenbar auf ihre Ersparnisse zurückgegriffen haben.

Dies habe zusammen mit den hohen Energiepreisen bei den Anlegern Befürchtungen ausgelöst, die Konsumfreude der Verbraucher könnte einen Dämpfer erhalten. Deshalb verkauften sie Papiere wie die des Discounters Target und drückten damit den Kurs um 1,8 Prozent auf 52,78 Dollar. Noch härter traf es den Bekleidungseinzelhändler GAP mit einem Minus von gut 3,3 Prozent auf 18,38 Dollar.

Die hohen Öl- und Benzinpreise weckten dagegen bei vielen Anlegern Hoffnungen auf weiter steigende Gewinne von Unternehmen der Energiewirtschaft. So waren Papiere des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobil wieder stark gefragt. Der Kurs zog deshalb um knapp drei Prozent auf 61,68 Dollar an. Lebhaftes Interesse trieb zudem die Kurse von Konkurrenten wie ConocoPhillips und Chevron um mehr als 4,6 Prozent auf 69,00 Dollar, beziehungsweise um gut 2,1 Prozent auf 62,71 Dollar in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 2028 Werte legten zu, 1281 gaben nach und 146 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,63 Milliarden Aktien 1527 im Plus, 1506 im Minus und 166 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 4/32 auf 101-25/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,031 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben im Kurs um 24/32 auf 116-15/32 Zähler nach. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,303 Prozent.

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