US-Notenbank-Chef
Bernanke bereitet Märkte auf weitere Geldspritzen vor

Der US-Notenbankchef hat die Türen für eine neue Lockerungsrunde in der Geldpolitik weit geöffnet und sorgt damit für eine Fortsetzung der Dollar-Talfahrt. Die amerikanische Wirtschaft kann sich nicht aus der Krise befreien. An den Märkten sorgen die möglichen neuen Maßnahmen für lebhafte Debatten.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Krise der US-Wirtschaft hält weiter an. US-Notenbankchef Ben Bernanke löst mit seinen heutigen Äußerungen die Debatte um die Konjunkturerholung und weitere Wachstumsspritzen an. Die niedrige Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit gäben ihm "Argumente für weiteres Handeln", sagte Bernanke in Boston. "Es ist vorstellbar, dass bereits auf der November-Sitzung die Entscheidung für eine Ausweitung der lockeren Geldpolitik gefällt wird“, erklärte Analyst Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Ein Frankfurter Aktienhändler brachte es so auf den Punkt: „Hört sich nach Ben 'Potter' Bernanke an: „Wir zaubern uns Inflation'.“

Bislang droht in den USA aber noch keine Inflation: Im September war das Plus der Verbraucherpreise mit 0,1 Prozent zum Vormonat und 1,1 Prozent zum Vorjahr sogar geringer ausgefallen als erwartet.

Der US-Notenbankchef öffnet die Türen für eine neue Lockerungsrunde in der Geldpolitik und sorgt damit für eine Fortsetzung der Dollar-Talfahrt. Der Euro schoss am Freitag mit 1,4157 Dollar auf den höchsten Stand seit Ende Januar, nachdem er in einer Rede weitere Schritte der Fed zur Stützung der schwächelnden US-Wirtschaft in Aussicht gestellt hatte.

Eine Ausweitung der lockeren Geldpolitik bedeute für den Dollar eine Dauerbelastung, auch wenn der Rutsch nach unten begrenzt sein sollte, sagte ein Händler. Gerade beim Euro dürfte die Erwartung zusätzlicher Finanzspritzen nun bereits eingepreist sein.

Die Aussicht auf eine weitere Konjunkturstütze der US-Notenbank trieb Anleger zum Wochenschluss erneut verstärkt in die Aktienmärkte. Der Dax kletterte nach der Bernanke-Rede auf bis zu 6.512 Punkte und notierte damit so hoch wie seit dem 3. September 2008 nicht mehr, bevor Gewinnmitnahmen für abbröckelnde Kurse sorgten. S&P-Futures legten in einer ersten Reaktion zu, ebenso wie europäische Aktienindizes.

Die Gefahr der Deflation sei derzeit unerwünscht groß und die Arbeitslosigkeit eindeutig zu hoch, sagte der Notenbankchef. Der australische Dollar erreichte erstmals seit Anfang der 80er Jahre die Parität zu seinem US-Pendant. Zum Yen fiel der Greenback zeitweise unter die 81-Yen-Marke, pendelte sich dann aber bei 81,36 Yen ein.

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  • Völlig egal was bernanke verlauten lässt, der Mann hat´s hinter sich.
    Obama´s Ernennung von Geithner und bernanke hat seine Präsidentschaft beendet, da gibt es kein Vertun. Für denkende Menschen war das klar vom Tag 1 an.
    Die FED wird ab sofort als das betrachtet was Sie ist, eine kriminelle Organisation und keine Gelddruckmaschine der Welt wird das ändern.
    Fast müsste man den Chinesen für diese Karthasis dankbar sein.
    Fast!

  • Verfluchet in aller Ewigkeit!

    Habe immer wieder behauptet hier bei Hb das der Finanzmarkt Weltweit chronisch krank sei.
    Die bestätigung gibt ben bernanke mir Recht.

    Wie in den 30-er ist es auch jetzt das massenhaft Anleger in Gold investieren. Signal ist demnach bestätigt.
    Machen wir uns auf ein Desaster in den Finanzmärkten auf dem Holzweg?

    Mit Sicherheit JA.

    Verdammt noch mal Holzköpfe.( Wie Strohfeuer )

  • Ein Douible Dip, eine Doppelrezession, @vorredner, kann diesen irrsinn stoppen !! Und deswegen will er ja deflation, ein sinken der Preise, ums verrecken verhindern, weil das die geschäfte der wallstreet und der bankster stören würde. Ob die Preise für grundnahrungsmittel unbezahlbar sind oder werden, das ist dieser Marionette der Wallstreet vollkommen gleichgültig. solange nur der dow jones nicht einbricht. Wenn andere nichts mehr zu essen kaufen können- tja, haben sie eben Pech gehabt ! Was macht das schon im vergleich dazu, daß sich womöglich die bankster keine neuen importautos mehr bestellen können....

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