Verbrauchervertrauen ohne großen Einfluss
Versicherungswerte geben die Richtung vor

Kräftige Kurssteigerungen von Versicherungswerten und Aktien der Wohnbauwirtschaft haben die Anleger am Dienstag zu neuen Käufen ermuntert und so der Wall Street zu Kursgewinnen verholfen. Standardwerte gewannen mehr als ein Prozent. Im Technologiesektor bremsten jedoch deutliche Einbußen des Handy-Chip-Herstellers Qualcomm nach einem negativen Analystenkommentar den Aufschwung.

HB NEW YORK. Das auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten gesunkene Vertrauen der US-Bürger in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes und die erneut deutlich gestiegenen Ölpreise gerieten Händlern zufolge etwas in den Hintergrund.

Der Dow Jones Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 9 888 und einem Tief von 9 749 Zählern. Er verließ den Markt 1,42 Prozent höher auf dem Tageshoch von rund 9 888 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 zog um 1,49 Prozent auf etwa 1 111 Zähler an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,77 Prozent auf rund 1 928 Punkte zu.

Die stärksten Impulse erhielt der Markt Händlern zufolge von Versicherungswerten, die während der vergangenen Geschäftstage durch die Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft stark unter Druck geraten waren. „Die große Angst war, dass gegen Marsh & McLennan ein Strafverfahren eingeleitet wird und American International als nächstes in die Schusslinie gerät,“ sagte Wayne Bopp von Fifth Third Investment Advisors. Evan Olson von der Stephens Inc fügte hinzu: „Der Versicherungssektor hat den Standardwerten wirklich geholfen. Er hat den Ball für den Dow in die richtige Richtung rollen lassen.“

Der weltgrößte Versicherungsmakler Marsh & McLennan hatte am Montagabend den Rücktritt von Unternehmenschef Jeffrey Greenberg bekannt gegeben. Elf Tage zuvor hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer dem Unternehmen Wettbewerbsverstöße zu Lasten von Versicherungskunden vorgeworfen. Der Konzern hatte daraufhin mehr als ein Viertel seines Marktwertes eingebüßt. Das Unternehmen muss laut der Generalstaatsanwaltschaft nicht mehr mit einer Strafanzeige rechnen. Der Markt honorierte dies mit einem kräftigen Plus von mehr als neun Prozent auf 28,87 Dollar.

Auch die Ankündigung des am Markt gemessen weltgrößten Versicherers American International vom Vorabend, sich um „eine schnelle Lösung der anstehenden Fragen“ von Seiten des US-Justizministeriums und der Aufsichtsbehörde zu bemühen, fand Gefallen bei den Anlegern. Die Dividendenpapiere des Konzerns sprangen um mehr als 7,5 Prozent auf 60,33 Dollar.

Die Aktien von Wohnbau-Unternehmen, Baumarktketten und anderen zinsempfindlichen Wirtschaftszweigen profitierten Händlern zufolge vom niedrigsten Niveau der Renditen von US-Staatsanleihen seit fast sieben Monaten. „Niedrige Zinsen helfen allen Aktien, aber insbesondere solchen wie Home Depot und anderen mit hohen Schulden,“ sagte Tom Schrader von Legg Mason Wood Walker. Die Papiere der weltgrößten Baumarktkette Home Depot gewannen fast 2,6 Prozent auf 39,67 Dollar.

Unterstützung lieferten dem Dow zudem die Papiere des Rüstungskonzerns Lockheed Martin. Diese gewannen gut 1,6 Prozent auf 54,38 Dollar, nachdem der Konzern im dritten Quartal mehr als von Analysten erwartet verdient hat.

Keinen Gefallen fanden die Investoren an den Titeln des zweitgrößte US-Chemiekonzern DuPont. Dieser hat zwar wieder einen Gewinn im dritten Quartal erwirtschaftet, aber vor wachstumsschädigenden Auswirkungen der hohen Energiepreise gewarnt. Die Anleger quittierten dies mit Verkäufen, worauf die Aktien knapp zwei Prozent auf 41,40 Dollar verloren.

Eine Rückstufung der Aktien des Handy-Ausrüsters Qualcomm durch Morgan Stanley bescherte den Papieren des Konzerns ein sattes Minus von fast vier Prozent auf 39,50 Dollar und trübte die Stimmung im Technologiesektor etwas ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Milliarden Aktien den Besitzer. 2331 Werte legten zu, 961 gaben nach und 166 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,8 Milliarden Aktien 1840 Werte im Plus, 1221 im Minus und 181 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 7/32 auf 101-31/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,003 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 9/32 auf 108-30/32 Zähler ab. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,773 Prozent.

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