Verfallstermin und Wahlen im Fokus
Hexensabbat bringt Dax Aufwind

Der Deutsche Aktienindex hat am letzten Handelstag vor der mit Spannung erwarteten Bundestagswahl kräftig zugelegt. Die meisten Standardwerte haben dabei vom dreifachen Verfallstermin an der Derivatebörse Eurex profitiert.

HB FRANKFURT. Der Leitindex Dax stieg am Freitag bis Handelsende um 1,64 Prozent auf 4986,50 Punkte. Der MDax gewann 0,51 Prozent auf 6934,03 Zähler. Der TecDax rückte um 0,15 Prozent auf 597,79 Punkte vor.

„Der große Verfallstermin und leichte Gewinne von Schwarz-Gelb in den neuesten Umfragen helfen dem Markt“, sagte ein Frankfurter Kursmakler. Viele Anleger hoffen auf einen Sieg von Union und FDP, weil sie von diesem Bündnis ein höheres Reformtempo erwarten. Diese Hoffnung hatte den deutschen Aktienmarkt seit der Ankündigung von Neuwahlen im Mai angetrieben. Andere Marktteilnehmer verwiesen ebenfalls auf den dreifachen Verfallstag, an dem an der Terminbörse Eurex wieder Futures aus sowie Optionen auf Aktien und Aktienindizes. Dieser so genannte „Hexensabbat“ ist oft Anlass für starke Kurs- und Indexschwankungen.

„Offensichtlich haben einige Investoren in den vergangenen Tagen ihre Aktienportfolios zu stark reduziert, in der Erwartung, dass die Märkte noch stärker nachgeben“, sagte NordLB-Händler Heinz-Bernd Schmitz. „Da der Dax aber die 4900-Punkte-Marke verteidigen konnte und die europäischen Börsen eine positive Grundtendenz zeigen, bauen einige Investoren ihre Positionen wieder auf und decken sich zum großen Verfall an den Terminbörsen mit Aktien ein.“

Großes Gesprächsthema auf dem Börsenparkett war die Deutsche Post. Wie Reuters aus dem Umfeld des Post-Aufsichtsrates erfahren hat, könnte der Bonner Konzern nach einer Billigung durch das Kontrollgremium schon in der kommenden Woche ein milliardenschweres Übernahmeangebot für Exel vorlegen. Den Kreisen zufolge soll der Kaufpreis zu weniger als 30 Prozent mit neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung finanziert werden. Der Preis für Exel werde wohl bei rund 5,3 Milliarden Euro liegen. „Prinzipiell wäre der Zukauf von Exel positiv zu sehen“, sagte ein Händler. „Allerdings bleibt die Frage, wieviel die Post bereit ist, für Exel zu bezahlen.“ Die Post-Aktien schlossen 2,8 Prozent im Plus bei rund 20 Euro.

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