Versorger Eon und RWE gefragt
Aussicht auf Regierungswechsel hievt Dax über 4400 Punkte

Die Aussicht auf einen vorzeitigen Regierungswechsel hat dem Deutschen Aktienindex am Montag Auftrieb gegeben und ihn erstmals seit Mitte April wieder über der Marke von 4400 Punkten schließen lassen. Analysten warnen jedoch vor zuviel Euphorie, zumal es auch Verlierer am Markt gibt.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg um gut ein Prozent auf 4406 Punkte. Der Nebenwerteindex MDax markierte zeitweise mit 5869 Zählern ein Allzeithoch. Der Technologie-Index TecDax hingegen verlor - angeführt von den Verlusten der Solar-World- Aktie - um 0,52 % auf 516 Punkte.

Gefragt waren die Aktien der im Dax schwer gewichteten Versorger Eon und RWE, die von Spekulationen auf eine Abkehr vom Atomausstieg nach einem möglichen Regierungswechsel profitierten. Verkauft wurden dagegen die Aktien aus der von der bisherigen Bundesregierung stark geförderten Branche alternativer Energien.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will nach Angaben von SPD-Chef Franz Müntefering spätestens am 1. Juli im Bundestag die Vertrauensfrage stellen und damit den Weg für Neuwahlen im Herbst frei machen. Die SPD hat nach Einschätzung von Meinungsforschern nur geringe Chancen, ihren Rückstand auf das konservative Lager bis zum Herbst aufzuholen.

„Sollten CDU/FDP bei einer Neuwahl im Herbst die bisherige rot-grüne Bundesregierung ablösen, dann würden sie über eine Mehrheit im Bundestag wie auch im Bundesrat verfügen und könnten somit Reformen ohne großen Widerstand der Opposition schneller umsetzen“, sagte Analyst Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Das wichtigste ist, dass der Reformstau in Deutschland aufgelöst wird“, fasste ein Händler die Hoffnung vieler Investoren zusammen. Marktanalyst Mirko Pillep von Helaba Trust sprach denn auch von zumindest kurzfristigem Rückenwind für die deutschen Aktien, die deutlich mehr als die Börsen in London und Zürich zulegten.

Händler mochten trotz der Kursgewinne von einer Euphorie aber nichts wissen. Die klammen Haushaltskassen würden auch den Handlungsspielraum einer von der CDU/CSU geführten Koalition einschränken. Zudem dürfte der Trend der deutschen Aktien vor allem auch von der Entwicklung der US-Märkte abhängen, die am Montag mit leichten Kursgewinnen den Dax stützten.

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