Versorger unter Druck
Befürchteter Dax-Einbruch bleibt aus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag angesichts der unsicheren Regierungsbildung nach der Bundestagswahl mit einem deutlichen Minus aus dem Handel gegangen. Im Handelsverlauf begrenzte er allerdings seine Verluste. Unter Druck standen vor allem Versorger-Titel, Solar-Aktien legten dagegen zu.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Leitindex Dax beendete den Handel mit minus 1,21 % auf 4926,13 Punkte, nachdem er am Morgen zeitweilig mehr als 2 Prozent nachgegeben hatte. MDax und TecDax legten sogar zu. Sie gewannen 0,03 % auf 6935,89 Zähler und 0,34 % auf 599,81 Punkte. Die viel zitierte Aktienmarkt-Weisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ hat sich also wieder bewahrheitet.

Nach einer anfänglichen Verkaufswelle beruhigte sich der Markt im Verlauf wieder. Der Markt habe am Morgen erst einmal verdauen müssen, dass es nicht zum Wunschergebnis schwarz-gelb kam, darum habe es zunächst deutliche Abschläge gegeben, sagt Carsten Klude von M.M. Warburg Research. „Jetzt tut der Markt das, was auch Analysten und Beobachter tun: Man überlegt, wie es in den nächsten Wochen weitergehen kann.“

„Die Märkte halten sich relativ stabil nach einer ersten Kurskorrektur“, sagte Fondsmanager Markus Steinbeis vom Fonds Activest. NordLB-Händler Heinz Bernd Schmitz stellte fest, insgesamt könne man von einer gelassenen Reaktion sprechen. Viele Investoren warteten offenbar ab. Für die nächsten Tage sei aber mit größeren Schwankungen zu rechnen. Händler waren sich einig darin, dass die Bildung einer stabilen Regierungskoalition für die weitere Entwicklung des Dax mitentscheiden wird. Die Kanzlerfrage sei demgegenüber relativ unwichtig. Sowohl Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als auch seine Herausforderin Angela Merkel (CDU) beanspruchen das Amt des Regierungschefs für sich.

In einer Studie betonte die Deutsche Bank, dass zwar kurzfristig der Wahlausgang den deutschen Aktienmarkt belasten werde, aber mittelfristig die Folgen wegen der attraktiven Bewertung begrenzt sein dürften. Auch SEB-Chefanlagestratege Klaus Schrüfer erwartet keinen nachhaltigen Abwärtstrend. „Die Unternehmen werden profitabler und sind niedrig bewertet. Diese fundamentalen Faktoren werden sich wieder durchsetzen.“

Für zusätzlichen Druck auf die Kurse sorgte am Montag ein kräftiger Anstieg des Ölpreises. Nach Einschätzung von Händlern rücken dieser sowie die US-Zinspolitik vorläufig wieder in den Vordergrund. Am Dienstagabend wird die US-Notenbank nach Einschätzung von Experten zum elften Mal hintereinander die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf dann 3,75 % erhöhen. An den Terminmärkten stieg der Preis für ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl um sechs Prozent auf über 66 Dollar. Händler erklärten dies mit dem Tropensturm „Rita“, der nur drei Wochen nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ die US-Golfküste bedrohe.

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