Versorgerwerte bremsen den Leitindex aus
Dax gönnt sich kleine Verschnaufpause

Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger am Donnerstag wegen eines unsicheren Zinsausblicks in den USA und in Erwartung von Geschäftszahlen des Chipherstellers Intel zurückgehalten. Zwar kam der Deutsche Aktienindex Dax zeitweise bis auf weniger als einen Punkt an die 5000-Punkte-Marke heran, die er am Vortag erstmals seit Mai 2002 knapp überwunden hatte. Doch zum Handelsschluss notierte der Index mit 4992,75 (plus 4,61) Punkten nahezu unverändert. Der MDax verlor 0,01 % auf 6925,86 Punkte. Der TecDax hingegen gewann 0,87 % auf 604,19 Zähler.

HB FRANKFURT. Händler beschrieben den Handel als impulslos. „Viele wollen die Zahlen von Intel abwarten“, sagte ein Händler. Der weltgrößte Chiphersteller wird am Abend nach US-Börsenschluss seinen Zwischenbericht zum Geschäftsverlauf im Quartal veröffentlichen. Der Dax sei in einer Art Lauerstellung, sagten Händler. Viele Anleger seien angesichts des unsicheren Zinsausblicks in den USA nach dem Hurrikan „Katrina“ vorsichtig.

Händler Stefan Söllner von der Postbank rechnet damit, dass der DAX in nächster Zeit wieder etwas von seinem derzeit hohen Niveau herunterkommen könnte, nachdem die Hoffnung auf eine Aussetzung der Leitzinserhöhung in den USA verblasst sei. Der Chef der regionalen Notenbank von Chicago, Michael Moskow, hatte am Mittwochabend gesagt, er sei „mehr über die Inflationsgefahr als das Konjunkturrisiko besorgt“, was als Signal für eine Fortsetzung der Zinserhöhungen gesehen wird.

Die Ölpreise gaben am Donnerstag zeitweise kräftig nach, da die Lagerbestände für Benzin in den USA weniger stark als befürchtet gefallen waren. Dies stützte den Dax und hievte ihn leicht ins Plus. Der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt fiel in etwa wie erwartet aus. Allerdings warnte das Arbeitsministerium, dass wegen „Katrina“ die Zahlen nicht endgültig seien und vermutlich nach oben revidiert würden.

Auf die Stimmung der Anleger drückte zeitweise auch die jüngste ARD-Umfrage zur Bundestagswahl. Danach wären Union und FDP ohne Mehrheit. „Vor allem das Ausland rechnet fest mit einer schwarz-gelben Koalition, der man in Sachen Reformen mehr zutraut“, sagte ein Händler.

Größter Dax-Verlierer waren die Tui-Aktien, die um 2,1 % nachgaben. Händler verwiesen meist auf technische Faktoren im Zusammenhang mit dem Bezugsrechtehandel.

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