Verunsicherung über Hurrikan-Schäden
Wall Street wieder am "Boden der Tatsachen"

Nach Meldungen, Hurrikan "Rita" habe bei etlichen Bohranlagen doch größere Schäden angerichtet, ist der Ölpreis wieder angestiegen. Das hat auch die Wall Street im Tagesverlauf belastet. Die US-Börsen gingen daher deutlich unter ihren Tageshochs am Montag aus dem Handel.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,23 Prozent höher mit 10 444 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen 10 509 und 10 410 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,03 Prozent auf 1216 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,22 Prozent auf 2121 Zähler.

"Auf den ersten Blick wurden die Schäden in der Energiebranche heruntergespielt. Wenn man etwas in die Tiefe geht, könnten sie schlimmer als angenommen sein", sagte Mike Driscoll von Bear Stearns. "Die zunächst gesunkenen Energiepreise sind wieder gestiegen" sagte Barry Hyman von Ehrenkrantz, King, Nussbaum. "Ich denke wir sind auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt, da die geringer als erwartet ausgefallenen Schäden durch den Hurrikan Rita nicht die unerwartet schlimmen Folgen von Katrina aufheben", sagte er. Weil der größte Teil der Öl- und Gasförderanlagen im Golf von Mexiko weiterhin stillliegt, zogen die Ölpreise beiderseits des Atlantiks um rund 1,50 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) an.

Nutznießer dieser Entwicklungen waren Papiere der Energiewirtschaft. So fragten die Anleger die Aktien des weltgrößten Ölkonzerns Exxon Mobil lebhaft nach und trieben so den Kurs um mehr als ein Prozent auf 64,60 Dollar in die Höhe.

Von den unerwartet geringen Schäden durch den Hurrikan "Rita" profitierten Titel von Versicherern. Die Höhe der versicherten Schäden durch "Rita" wird inzwischen auf zwischen 2,5 und sieben Milliarden Dollar geschätzt gegenüber bis zu 60 Milliarden Dollar durch den Hurrikan "Katrina". Die Papiere des Versicherers American International Group legten gut ein Prozent auf 60,69 Dollar zu.

Der Kurs der Boeing-Papiere zog um fast 2,4 Prozent auf 64,67 Dollar an, nachdem der Luft- und Raumfahrtkonzern sich mit der Gewerkschaft auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt hatte und so ein schnelles Ende des seit mehr als drei Wochen andauernden Streiks in Aussicht stellt.

Zu den Verlierern gehörte der Schwermaschinen-Hersteller Caterpillar, der von der Citigroup abgestuft wurde. Caterpillar-Papiere verloren knapp ein Prozent auf 58,34 Dollar. Die größte US-Drogeriekette Walgreen verfehlte nach Ausfällen in Folge von Wirbelsturm "Katrina" die Erwartungen der Analysten. Die Titel fielen um fast 2,4 Prozent auf 41,50 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,56 Milliarden Aktien den Besitzer. 1857 Werte legten zu, 1479 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,52 Milliarden Aktien 1791 im Plus, 1256 im Minus und 131 unverändert. An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 12/32 auf 99-18/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,302 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen im Kurs um 23/32 auf 112-4/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,564 Prozent.

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