Vorbericht: Euopas Börsen vor kleiner Erholung

Vorbericht
Euopas Börsen vor kleiner Erholung

Trotz der negativen Vorgaben aus Übersee werden die europäischen Aktienmärkte mit leichten Kursgewinnen in den Handel starten. Die Deutsche Bank indiziert den Euro-Stoxx-50-Index vorbörslich mit 3.678 Punkten, nachdem der Index am Donnerstag um 1,4% auf 3.677 Punkte gefallen war.

HB FRANKFURT. Für den Berichtstag haben nur wenige Unternehmen Bilanzdaten angekündigt, weshalb der Markt ganz unter dem Eindruck von Konjunkturdaten stehen dürfte. Vor allem die US-Arbeitsmarktdaten werden mit Spannung erwartet. Die Konsensschätzung geht davon aus, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA im Januar um 232.000 gestiegen ist. Einzelne Volkswirte rechnen sogar mit einer deutlich stärkeren Belebung des US-Arbeitsmarkts.

Unternehmensübernahmen könnten ebenfalls wieder ein Thema sein. BASF könnte gezwungen sein, das Gebot für den US-Chemiekonzern Engelhard aufzustocken, nachdem das Objekt der Begierde überraschend gute Geschäftszahlen gemeldet hat. Angesichts der im Vergleich zu den Wettbewerbern hohen Bewertung von Engelhard sei eine höhere Offerte aber kaum nachvollziehbar, sagen Marktteilnehmer.

Gesprächsstoff liefert weiter das Gebot von Mittal Steel für Arcelor. Wie das “Wall Street Journal“ schreibt, sind einige Hedge-Fonds stark daran interessiert, den indischen Stahlhersteller bei der Übernahme des europäischen Wettbewerbers zu unterstützen. Mittal sei darauf bisher aber nicht eingegangen. Der Stahlsektor könnte aber auch unter einem anderen Aspekt interessant sein: Der koreanische Konzern Posco will ab Mitte Februar seine Preise für einige Produkte erhöhen. Nach Meinung von Händlern wird dies den Sektor stützen.

Die unerwartet schwachen Zahlen und der nachbörsliche Kurseinbruch in den USA von Amazon.com dürften die Kurse der europäischen Internetwerte nicht nachhaltig belasten, glaubt ein Händler. Wie bereits bei Google dürfte das Sentiment davon höchstens kurzfristig und dann nur leicht gedrückt werden. Amazon.com habe - ebenfalls wie Google - in Europa keine wirklichen Wettbewerber und sei „ein Highflyer, der halt mal eins auf die Mütze gekriegt hat“.

Volvo-Geschäftszahlen liefern uneinheitliche Vorgaben für Autosektor

Die Viertquartalszahlen von Volvo seien „gemischt“ ausgefallen, heißt es. Der Umsatz und die Dividende hätten die Markterwartung übertroffen, dagegen liege der Vorsteuergewinn unter dem Konsens. „Ich denke das wird in dem aktuellen Umfeld eher negativ aufgenommen werden“, prognostiziert ein Broker. Volvo werden stark unter Druck erwartet. Die hohen Kosten, über die das Unternehmen klage, dürften ein Problem bleiben, meint Anders Trapp von Enskilda Securities. Der Analyst erwartet, dass die Ergebnisschätzungen für Volvo gesenkt werden. Für DaimlerChrysler könne jedoch der erhöhte Ausblick auf den Absatz in Nordamerika positiv sein, sagt ein anderer Beobachter. Volvo rechnet dort 2006 mit 330.000 bis 340.000 verkauften Trucks. Dies könne DaimlerChrysler über die Tochter Freightliner stützen. Lkw-Hersteller wie MAN könnten ebenfalls davon profitieren.

Positiv bewertet ein Marktteilnehmer die Nachrichtenlage bei EADS. Laut einem Zeitungsbericht will sich das Unternehmen künftig stärker auf das Geschäftsfeld „Innere Sicherheit“ konzentrieren. Dieser Bereich habe Experten zufolge ein jährliches Volumen von rund 35 Mrd EUR, heißt es in dem Bericht weiter. Kürzlich habe EADS einen Auftrag für die Sicherung der rumänischen Grenzanlagen im Volumen von 520 Mio EUR erhalten, ergänzt ein Marktteilnehmer. Er verweist darauf, dass EADS unterbewertet seien. Die Aktie werde rund 10 Prozent unter ihrem Fairen Wert gehandelt.

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